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Kita-Plätze im Internet: Starttermin 1. Juni 2013 mit Fragezeichen

Kita-Plätze im Internet: Starttermin 1. Juni 2013 mit Fragezeichen

Die Probleme um die geplante zentrale Vergabe von Kita-Plätzen im Internet reißen nicht ab: Bisher ist noch kein Programmanbieter gefunden und starten kann das neue System nach neuesten Schätzungen erst am 1. Juni 2013 - und wird dann voraussichtlich keine Betreuungsplätze bei Tagesmüttern vermitteln können.

Zu dem Schluss ist eine Arbeitsgruppe des Kita-Eigenbetriebs, der freien Kindergarten-Vereine, des IT-Eigenbetriebs und des städtischen Datenschutzbeauftragten gekommen.

Ursprünglich sollte die zentrale elektronische Kita-Platzvergabe bereits Anfang 2013 beginnen. Und selbst der neue Starttermin Mitte 2013 ist nicht ganz sicher: "Die Zeitschiene ist sehr straff geplant und unterstellt, dass keine weitere Verzögerungen eintreten", heißt es in einer Verwaltungsvorlage, die gestern Abend dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt wurde.

Und auch der Funktionsumfang entspricht kaum dem, was sich wohl die viele Eltern wünschen: Die AG will nämlich die Tagesmütter und -väter aus Kosten- und Datenschutzgründen gar nicht in das System voll integrieren. Diese "Tagespflegestellen" können dort lediglich auf eigenen Wunsch ihre Adressen und Kontaktdaten hinterlegen. Sprich: Statt die Betreuungswünsche für ihr Kind in der Hoffnung auf eine gerechte Platzverteilung nur bei einer Stelle abzugeben, werden wohl viele Dresdner weiterhin von Pontius zu Pilatus rennen müssen, um die ihre Chance auf einen Krippenplatz zu verbessern.

Auch für die Tagesmütter dürfte diese "Nicht-Lösung" perspektivisch von Nachteil sein: Zwar mangelt es derzeit in der Stadt an Betreuungsplätzen für Kleinkinder und insofern muss sich die Tagespflege derzeit keine Sorgen um ihre Auslastung machen. Aber wenn die Demografen recht haben und der Baby- und Zuzugsboom in ein paar Jahren abflaut, könnte dies für die selbstständigen Kinderbetreuerinnen schon ganz anders aussehen.

Laut Prüf-AG würde der Anschluss aller rund 400 Tagesmütter und -väter (Prognose für 2014) an das System einmalige Zusatzkosten von über einer Million Euro verursachen und danach laufende jährliche Kosten von über 150 000 Euro. Darin eingerechnet sind noch nicht die Anschaffungskosten für die Computertechnik bei den Tagesmüttern, die diese selbst bezahlen müssten.

Auch hat die AG Datenschutzgründe geltend gemacht: Eigentlich dürfen nur städtische Angestellte mit speziell gesicherten Netz-Zugängen Sozialdaten von daheim aus verarbeiten, heißt es in der Stellungnahme der Datenschützer. All diese Voraussetzungen seien bei den Tagesmüttern nicht gegeben.

Nicht zuletzt gibt es immer noch Streit um die Anbindung der freien Kitas: Da viele Vereine in ihren Krippen und Kindergärten inzwischen eigene Software-Lösungen geschaffen haben, müssen spezielle Schnittstellen zum städtischen System her. Dieses Schnittstellenproblem hat sich aber als so kompliziert erwiesen, dass es vorerst noch nicht einmal in der Ausschreibung für das neues System ausdrücklich aufgenommen werden soll. Und erst, wenn die Stadt einen Anbieter ausgewählt hat, stehen überhaupt die Kosten für das Gesamtpaket fest - verwaltungsintern erwartet man jedenfalls Millionenausgaben. Ob angesichts dieser vielen Fragezeichen der Starttermin 1. Juni 2013 zu halten sein wird, bleibt abzuwarten.

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2012

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