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Kisten für Unikate - Am 24. Juni findet die lange Nacht der Industrie in Dresden statt

Kisten für Unikate - Am 24. Juni findet die lange Nacht der Industrie in Dresden statt

Juni öffnen 20 Industriebetriebe in und um Dresden erneut ihre Werktore für eine ganz besondere Leistungsschau: Die Unternehmen bieten zur "Langen Nacht der Industrie" angemeldeten Besuchern einen unterhalt- samen Einblick in ihre Produktionsprozesse und Lehrwerkstätten, aber auch die Chance, mit Auszubildenden und erfahrenen Experten ins Gespräch zu kommen.

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An einer neuen Säge, bei der die gewünschten Holzmaße an einem Touchscreen eingegeben werden, bearbeitet Thomas Rudolph Bretter für den Kistenbau.

Quelle: Norbert Neumann

Die DNN präsentieren die Industrienacht und stellen im Vorfeld die beteiligten Firmen vor. Heute zeigen wir, dass die Konstruktion von Kisten etwas für Könner ist. Drei cremefarbene Bürotische, drumherum schwarze Polsterstühle und ein Regal mit Firmenprospekten in der Ecke - dazwischen tigert Maik Juppe hin und her, stets das Handy am Ohr. Der 44-jährige Harley-Fahrer ist Chef eines Unternehmens mit rund 70 Mitarbeitern. Acht Millionen Euro Umsatz peilt er in diesem Jahr an und das kahle Büro in einem unscheinbaren Industriebau an der Stadtgrenze zwischen Dresden und Heidenau symbolisiert perfekt, was ihn gerade beschäftigt. Es ist noch halbleer und viel zu groß für nur eine Person. "Hier kommt noch eine Zwischenwand hin", gestikuliert der Chef in der Mitte des langen Raumes. Irgendwann im Sommer soll das sein, dann können weitere Mitarbeiter von Laubegast nach Heidenau umziehen. Juppe braucht Platz, denn sein Unternehmen "Holzindustrie Dresden" (HID) wächst.

Draußen, hinter dem Bürohaus auf dem Grundstück an der Dresdner Straße, steht eine neue Werkhalle. 5000 Quadratmeter groß und ebenfalls noch halbleer. Es fehlen noch mehrere Maschinen, mit denen Balken, Bretter und Holzplatten bearbeitet werden können, damit später maßgefertigte Kisten daraus werden. Das ist das Hauptarbeitsfeld von HID. 80 Prozent ihres Umsatzes macht die Firma mit der Kistenproduktion, 15 Prozent werden mit dem Holzverkauf erwirtschaftet, die restlichen fünf Prozent mit dem Bau von Marktbuden. "Unser Know-how ist die Konstruktion", sagt Maik Juppe stolz. Keine Holzkiste gleicht der anderen, spezielle Maschinen bekommen handgefertigte Verpackungen. "Wir haben auch schon Kisten für Krokodile gebaut", berichtet Juppe von einem ganz besonderen Auftrag.

Alltag sind dagegen mit Folie und Dämmstoffen ausgekleidete Holzkisten für den Luft- oder Seetransport von wertvollen Geräten. Zumeist handelt es sich dabei um Unikate. Jedes bekommt also seine eigene Kiste.

In der Firma arbeiten dafür unter anderem Tischler, Schreiner und Holztechniker. Künftig will Juppe mehr Absolventen von Berufsakademien einstellen. Der Geschäftsführer wünscht sich Neueinsteiger, die sich während ihrer Ausbildungszeit gleichermaßen mit Holztechnik und -verarbeitung sowie kaufmännischen Aspekten befassen. Außerdem will der Chef seinen Kunden künftig häufiger Rundum-sorglos-Pakete anbieten: Von der Vermessung des Transportguts über den Bau der Kiste und das Verpacken selbst bis hin zum Papierkram.

Beim Seetransport ist HID da schon weit. Alle nötigen Arbeitsschritte, selbst das Erhitzen des Kistenholzes mit dem Ziel, alle Schädlinge darin sicher abzutöten, können in der Firma erledigt werden. Neu: Jetzt darf bei HID auch Luftfracht verpackt werden. "Seit dem 24. März sind wir dafür zertifiziert", freut sich Juppe. Dafür gibt es jetzt in einer der Hallen einen Drahtgitterkäfig. In diesem zimmergroßen Verschlag dürfen nur zwei eigens dafür berechtigte HID-Kollegen arbeiten, selbst dem Chef ist der Zutritt dann verboten. Denn Luftfracht hat mit Sicherheit zu tun. Die einmal bei HID verpackten Güter können so künftig ohne eine weitere Überprüfung in ein Flugzeug verladen werden.

Mehr als 100 Jahre lang befand sich die Firmenzentrale des Holzbauunternehmens in Laubegast. Nun steht der Umzug an den Rand von Heidenau bevor. Dort können künftig schwere Teile mit einem neuen Kran bugsiert werden, auf dem Hof ist Platz für jede Menge Holz und Wendemanöver großer Sattelauflieger.

Juppe sieht die Zukunft seines Unternehmens ausschließlich in Sachsen. Der Maschinenbau sei eine Stärke des Freistaats und das Geschäft mit den Kisten eine Aufgabe, bei der es den unmittelbaren Kontakt zum Kunden braucht. Deshalb setzt der 44-Jährige schon seit einiger Zeit auch auf "Mobile Verpackungsteams". Dabei handelt es sich um Spezialisten, die mit Kleintransportern zum Kunden fahren und dort das Transportgut in die vorgefertigte Kiste packen. In solchen Serviceleistungen sieht Juppe die HID-Zukunft, gern auch mit neuen Azubis, die sich vielleicht unter den Besuchern finden, die das Unternehmen zur "Langen Nacht der Industrie" willkommen heißen kann.

iAnmeldungen zur Langen Nacht der Industrie sind im Internet unter der Adresse www.langenachtderindustrie.de/standorte/dresden/anmeldung.html möglich. Da die Plätze limitiert sind, entscheidet bei Überbuchung das Los.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2014

Christoph Springer

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