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Kirchengemeinde Johannstadt-Striesen: "Weggang unseres Pfarrers ist ein herber Verlust"

Gemeinde hadert mit konservativer Landeskirche Kirchengemeinde Johannstadt-Striesen: "Weggang unseres Pfarrers ist ein herber Verlust"

Ciprian Matefy ist seit Dezember 2014 Pfarrer in der Johanneskirchengemeinde Johannstadt-Striesen und eigentlich unersetzlich. Dennoch wird der 33-Jährige Anfang April seine Gemeinde verlassen, um mit seinem Ehepartner ein Pfarramt in Schleswig-Holstein zu übernehmen.

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Ciprian Matefy (l.) und Stephan Rost verlassen gemeinsam Sachsen.

Quelle: Archiv

Dresden. Ciprian Matefy ist seit Dezember 2014 Pfarrer in der Johanneskirchengemeinde Johannstadt-Striesen und eigentlich unersetzlich. Dennoch wird der 33-Jährige Anfang April seine Gemeinde verlassen, um gemeinsam mit seinem Ehepartner Stephan Rost (33, Pfarrer in Börln) ein Pfarramt in Schleswig-Holstein zu übernehmen (DNN berichteten).

"Wir bedauern den Verlust von Pfarrer Matefy zutiefst", so Ralf Reinsperger, Kirchenvorstand der Johanneskirchengemeinschaft. Und dabei war es gerade der dynamische und engagierte Rumäne, der die Kirchgemeinde wieder in ruhiges Fahrwasser geleiten sollte. Seit mehr als fünf Jahren plagen die 5500 Mitglieder starke Gemeinschaft Personalsorgen. "Aufgrund von längerfristigen Krankheiten und dem Ruhestand einiger Kollegen sind wir im Pfarramt chronisch unterbesetzt", so Reinsperger.

Jungpfarrer Ciprian Matefy erwies sich nach seiner Anstellung im Dezember 2014 als "echter Glücksgriff", erzählt der Kirchenvorstand. "Er ist jung, charismatisch und hat eine außerordentliche Gabe zu predigen. Er begeisterte sofort alle Mitglieder und füllte die Gottesdienste. Auch viele junge und homosexuelle Menschen kamen wegen ihm in die Kirche", so Reinsperger. Die sexuelle Orientierung des Pfarrers habe zudem zu keinem Zeitpunkt eine Rolle gespielt, ergänzt der Kirchenvorstand. Obwohl Mafetys Stelle für mehr als drei Jahre vorgesehen war, ist aber nun im April Schluss.

Über die genauen Gründe des Gemeindenwechsels äußerten sich die beiden Pastoren aber nur zaghaft. Die liberale Nordkirche gilt im Vergleich zur Sächsischen Landeskirche gegenüber homosexuellen Pastorenpaaren als aufgeschlossener. Auch der Wunsch, gemeinsam in einer Gemeinde zu arbeiten, war ausschlaggebend. Als homosexuelles Paar ein Pastorenamt in Sachsen zu bekleiden, sei zwar möglich, aber "nicht so leicht", erklärt Matefy.

Angebote gab es trotzdem: "Es gab von Seiten der Landeskirche für beide Pfarrer nicht nur die Bereitschaft, sondern auch die Möglichkeit, gemeinsam ein Pfarramt in Dresden zu übernehmen", so Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte.

Laut der 47-Jährigen waren zwei Kirchgemeinden bereit, das Pastorenpaar aufzunehmen. Dennoch wird es die beiden Pfarrer nun in den Norden ziehen. "Ich bin kein Freund von Einzelfalllösungen", sagt Stephan Rost und spielt damit auf die konservative Haltung der Landeskirche Sachsen im Bezug auf die generelle Akzeptanz von homosexuellen Pastoren an. Diesen Vorwurf kann Oberlandeskirchenrätin Klatte zwar nachvollziehen, verweist aber auch auf die schwierige Thematik. "Wir führen zu diesem Thema eine gewissenhafte Diskussion und beachten dabei verschiedene Standpunkte", begründet sie.

Für die Johanneskirchengemeinde ist der Abgang von Ciprian Matefy jedenfalls ein herber Verlust, der nur schwer auszugleichen sein wird. "Einen Nachfolger haben wir leider noch nicht. Herr Matefy wird uns auch menschlich sehr fehlen", erklärt Ralf Reinsperger.

Auch der Pfarrer selbst blickt ein wenig wehmütig auf die Zukunft. "Ich habe mich in der Gemeinde sehr wohl und geborgen gefühlt. Alle waren nett und herzlich zu mir, ich wurde regelmäßig zu Gemeindemitgliedern eingeladen und habe dabei viele tolle Menschen kennengelernt", erinnert er sich. Mit der Kirchgemeinde, beteuert Matefy, habe seine Entscheidung auch nichts zu tun: "Ich bedanke mich für die kurze, aber intensive Zeit und habe alle ganz fest in mein Herz geschlossen."

Sebastian Burkhardt

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