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Kirche plantEnde für den St.-Pauli-Friedhof ab 2016

Kirche plantEnde für den St.-Pauli-Friedhof ab 2016

Wegen des radikalen Wandels in der Bestattungskultur muss in Dresden der erste Friedhof schließen. Auf dem evangelischen St.-Pauli-Friedhof im Norden der Dresdner Neustadt werden vom Beginn des kommenden Jahres an keine Toten mehr bestattet.

Ausnahmen würden nur bei Partnerschaften und Ehen gemacht, wenn bereits ein Partner dort begraben liege, sagte Albrecht Nollau, Superintendent von Dresden Nord, gestern auf einer Pressekonferenz. Bis zum Ablauf sämtlicher Ruhezeiten werde der Friedhof erhalten und gepflegt. Dann müsse er geschlossen werden - als erster nach 1990.

Als Grund nannte Nollau den starken Rückgang der Bestattungen, seit Mitte der 1990er Jahre um etwa ein Drittel. Damals wurden rund ein Drittel der Toten in Särgen bestattet; mittlerweile weniger als ein Fünftel. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Urnenbeisetzungen in Gemeinschaftsanlagen von rund elf Prozent auf mehr als 30 Prozent. Die Folgen: Die Einnahmen sind gesunken, die Flächen für Gräber kleiner geworden. Für den Unterhalt des Friedhofs werden nach Angaben des Referenten für Friedhofsangelegenheiten im sächsischen Landeskirchenamt, Holger Enke, jährlich rund 150 000 Euro gebraucht.

Die größer gewordene ungenutzte Fläche müsse mit erhöhtem Aufwand gepflegt werden. Rund 1400 Grabstellen befinden sich auf dem rund elf Hektar großen Gelände zwischen Hechtstraße, Hammerweg und Stauffenbergallee. Damit ist er der größte der drei im Neustädter Friedhofsverband, zu dem auch der Innere Neustädter Friedhof an der Friedensstraße und der Markusfriedhof an der Hubertusstraße gehören. St. Pauli umfasst etwa die Hälfte der Gesamtfläche dieser drei, jedoch entfällt auf ihn nur rund ein Viertel der Bestattungen. Rund 80 Prozent davon sind weltliche, 20 Prozent kirchliche.

"Vergleichbare Fälle einer langfristigen Schließung gibt es im sächsischen Plauen", so Enke. Dort laufe seit Jahren die Nutzung eines evangelischen Friedhofs nach ähnlichem Modells aus. Da die Nutzungsdauer einer Grabstelle jedoch bei maximal 20 Jahren liegt, dürfte das letzte Grab auf dem St.-Paul-Friedhof im Jahr 2055 auslaufen. Der St.-Pauli-Friedhof war 1862 eröffnet und nach 1900 erweitert worden. Als naturnaher Friedhof mit reichem Baumbestand steht er unter Denkmalschutz. In Dresden gibt es 58 Friedhöfe, davon mehr als 40 evangelische.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2015

Tomas Gärtner und Juliane Just

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