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Kinderschutz am Dresdner Uniklinikum ist vorbildlich

Kinderschutz am Dresdner Uniklinikum ist vorbildlich

Verbrennungen, Knochenbrüche, schwer geschüttelte Säuglinge - 120 Fälle von Kindesmisshandlungen meldete allein das Uniklinikum im vergangenen Jahr ans Jugendamt.

"Das waren akute Fälle und die Verletzungen deutlich", betont Frauke Schwier, Stationsärztin der Kinderchirurgie. Sie gehört zur Kinderschutzgruppe, deren Mitglieder - u. a. aus der Kinderklinik, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Rechtsmedizin - sich im Uniklinikum um Fälle kümmern, bei denen der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht. 2008 wurde die Gruppe gegründet und ihre Arbeitsweise ist mittlerweile zum Vorbild für andere Kliniken in Sachsen geworden.

Um nichts zu übersehen, ist die ordentliche Dokumentation der Fälle maßgeblich, erklärt die Kinderkardiologin Antje Heilmann, die ebenfalls in der Kinderschutzgruppe aktiv ist. Ein Ablaufschema, wie es das Uniklinikum praktiziert, sorge da für Handlungssicherheit. Schließlich seien auch Ärzte in so einer Situation emotional berührt. Aus diesem Grund waren die beiden Ärztinnen in den vergangenen zwei Jahren im Auftrag des Freistaats in Sachsens Krankenhäusern unterwegs, um dort ähnliche Strukturen wie im Uniklinikum aufzubauen. Der Freistaat förderte dafür zwei Personalstellen.

Mit etwa 40 Kliniken wurden Gespräche geführt, einige waren gut aufgestellt, andere standen noch ganz am Anfang. Letzteren wurde das Know-how weitergeben. Jetzt gelte es, die aufgebauten Kinderschutzgruppen weiter zu begleiten, damit nicht wieder alles zusammenbricht, betont Antje Heilmann. Dafür fördert der Freistaat für weitere zwei Jahre eine Personalstelle.

Im Fokus stehen die Kleinkinder, da ab dem Schulalter Vernachlässigungen schneller den Lehrern auffallen. Zwar wurden zum Schutz der Kleinsten die U-Untersuchungen eingeführt, die sind jedoch aus Sicht der beiden Ärztinnen ein fragwürdiges Instrument. Denn Eltern, die ihre Kinder misshandeln oder vernachlässigen, nähmen die auf Freiwilligkeit basierenden Termine beim Kinderarzt nicht wahr. Frauke Schwier und Antje Heilmann sprechen heute um 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum über den Kinderschutz im Rahmen der Veranstaltung "Das Beste für mein Kind?"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2014

Madeleine Arndt

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