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Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden seit zehn Jahren im Einsatz

Jubiläum Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden seit zehn Jahren im Einsatz

Mehr als 22 000 Kinder in Deutschland haben eine Erkrankung, an der sie frühzeitig sterben werden. Ihr Alltag, ihre Zukunft verändert sich, die Themen „Trauer“ und „Tod“ rücken plötzlich in den Vordergrund. Eine enorme Belastung für sie und ihre Familien. Unterstützung für die Betroffenen liefert seit zehn Jahren der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden.

Koordinatorin Heike Lebelt (l.) und Ehrenamtliche Mareen Brauner.

Quelle: Carola Fritzsche

Dresden. Mehr als 22 000 Kinder in Deutschland haben eine Erkrankung, an der sie frühzeitig sterben werden. Ihr Alltag, ihre Zukunft verändert sich, die Themen „Trauer“ und „Tod“ rücken plötzlich in den Vordergrund. Eine enorme Belastung für sie und ihre Familien. Unterstützung für die Betroffenen liefert seit zehn Jahren der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden, der Kindern, Eltern und Geschwistern kostenfrei zur Seite steht. Ehrenamtliche begleiten die gesamte Familie ab der Diagnose – im Leben, im Sterben und bis über den Tod des Kindes hinaus.

Eine von 43 Ehrenamtlichen, die in Dresden und im Umkreis von rund 50 Kilometern tätig sind, ist Mareen Brauner. Die heute 34-Jährige engagiert sich von Beginn an beim Kinderhospizdienst. „Ich komme aus dem Gesundheitswesen, habe damals als Krankenschwester gearbeitet, und wollte etwas Ehrenamtliches machen. Als ich die Annonce zur Gründung gesehen habe, habe ich sofort angefangen“, erinnert sie sich. Drei erkrankte Kinder hat sie bisher begleitet, zuletzt meist nachts, damit die Mutter auch mal durchschlafen konnte.

50 bis 55 Jahre alt sind die Ehrenamtlichen im Durchschnitt, zu 80 Prozent sind es Frauen, wie Koordinatorin Heike Lebelt erklärt. Gemeinsam mit einer Kollegin führt sie die Betreuer und die Familien zusammen. „Begleitung bedeutet nicht Pflege, Medizin oder Therapie. Sie deckt aber alles Zusätzliche ab – also mit den Kindern spielen, mit ihnen rausgehen und reden“, so Lebelt. Das gelte sowohl für das erkrankte Kind als auch für die Geschwister.

Noch kann der Kinderhospizdienst den Bedarf abdecken, neue Ehrenamtliche sind aber immer willkommen. Die werden im Rahmen eines Kurses auf ihre Aufgabe vorbereitet, der nächste startet im Januar 2017. Denn einfach ist die Arbeit nicht, bestimmte Voraussetzungen muss der Helfer mitbringen. „Es ist ein existenzielles Thema: sterbende Kinder. Man muss geerdet und reflektiert sein und sich selbst zurücknehmen können, um für die Bedürfnisse der Familien sensibel sein“, erklärt die Koordinatorin.

„Vielleicht habe ich durch meinen medizinischen Beruf mehr Distanz, aber es geht schon nah. Man versucht den Gedanken an den Tod wegzuschieben“, sagt Mareen Brauner. Gleichzeitig bekomme man aber auch viel zurück: „Man macht etwas Sinnvolles. Und zu sehen, wieviel Lebensfreude die Kinder trotz allem haben, ist schön.“

Darum wird es auch am Donnerstag gehen, wenn bei einer internen Veranstaltung mit Familien, Spendern und Partner das zehnjährige Jubiläum gefeiert wird. „Wir werden zurückblicken und auf das schauen, was wir bisher geschafft haben“, so Lebelt. Am 6. November um 16 Uhr folgt ein Benefizkonzert mit klassischer Musik in der Kirche am Weißen Hirsch.

Informationsabend für Interessierte am 26. Oktober, 19 Uhr, in den Räumen des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Dresden, Nicolaistraße 28; Kontakt: Tel.: 314 64 72, Mail: dresden@deutscher-kinderhospizdienst.de, www.akhd-dresden.de

Von Christin Grödel

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