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Kinder-Zitate zu Flüchtlingskrise auf Dresdner Plakatwänden

Kunstprojekt Kinder-Zitate zu Flüchtlingskrise auf Dresdner Plakatwänden

„Europa ist groß genug für Alle.“ „Versetzen Sie sich doch mal in die Lage der Flüchtlinge!“ Etwa 30 solcher Aussagen von Dresdner Kindern und Jugendlichen sind derzeit auf Plakatwänden in der ganzen Stadt zu lesen. Sie gehören zum Kunstprojekt „Hidden voices“.

Quelle: Lars Frohberg

Dresden. „Europa ist groß genug für Alle.“ „Versetzen Sie sich doch mal in die Lage der Flüchtlinge!“ „Dir geht es schlecht und alle schauen dich böse an.“ Etwa 30 solcher Aussagen von Dresdner Kindern und Jugendlichen sind derzeit großformatig auf Plakatwänden in der gesamten Stadt zu lesen. Sie gehören zum Kunstprojekt „Hidden voices – Versteckte Stimmen“. Die riesa-efau-Mitarbeiterin Denise Ackermann und die auf Plakatkunst spezialisierte Dresdner Künstlerin Lucie Freynhagen haben es im Frühjahr gemeinsam ins Leben gerufen. Die Kunstaktion ergänzt die riesa-efau-Veranstaltungsreihe „Tischgespräche statt Stammtischparolen“, die in diesem Jahr stattfand.

Kinder-Zitate zum Umgang mit Flüchtlingen sind noch bis 31. Oktober auf Plakatwänden in ganz Dresden zu lesen. Fotos: Lars Frohberg

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„Wir wollen Personen, die nicht am öffentlichen Diskurs teilhaben können, eine Stimme geben“, erläutert Ackermann die Beweggründe. Etliche Zitate hat eine Dresdner Lehrerin notiert, die erlebte, dass „ihre“ Kinder die Themen Pegida, Flüchtlinge und Zukunftsängste mit in die Schule brachten und Redebedarf hatten. Denise Ackermann und Lucie Freynhagen sammelten noch weitere Statements. Sowohl Grundschulkinder als auch Oberstufenschüler haben ihre Meinung kundgetan. „Mein Lieblingszitat ist ’Keine Angst haben’“, sagt Ackermann. „Das ist so zauberhaft, wie spontan das genannt wird.“ Vor allem die Aussagen der jungen Kinder unterlägen zwar einem einfachen Gut-Böse-Schema, aber alle seien von einer tiefen Menschlichkeit geprägt. „Die Statements sind in ihrer Klarheit so wunderbar – so kann man selbst manchmal gar nicht mehr denken.“

Damit die handgeschriebenen Kinder-Sätze nicht sofort als solche erkannt und mit einem geringschätzigen „Die Kleenen haben ja keine Ahnung“ abgetan werden, entschieden sich die beiden Frauen, die Zitate von Erwachsenen aufschreiben zu lassen. Im Großen Garten suchten sie deshalb „Handschriftenpaten“ und sprachen zahlreiche Spaziergänger an. „Die Reaktionen waren überwiegend positiv, aber gleich bei den ersten vier Personen bekamen wir drei Ablehnungen. Das muss man akzeptieren, aber ernüchternd fand ich, dass die Neins meist ohne jede Begründung kamen“, erzählt Ackermann. „Ein Mann hatte aber auch Tränen in den Augen und sagte: Das ist total wichtig, was Sie machen.“

Die Zitate ließen die beiden Frauen in weißer Schrift auf blauen Hintergrund drucken – eine freundliche Farbe, die in der Werbung nicht oft verwendet wird und deshalb auffällt, hoffen sie. Eine Dresdner und eine Radebeuler Firma sowie eine Stiftung unterstützten sie bei Druck und Plakatierung. „Es war uns wichtig, dass die Sprüche um den Pegida-Geburtstag herum öffentlich gezeigt werden“, sagt Ackermann. Noch bis zum 31. Oktober hängen die Plakate nun. Zusätzlich wird ab Mittwoch im Hof der Friedrichstädter „Motorenhalle“ eine leere Wand aufgestellt, auf die während der neuen Ausstellung „Wo gehen wir hin“ alle Zitate projiziert werden.

Ein Plakat in Prohlis wurde allerdings bereits mit Schmierereien verunstaltet.

ttr

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