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Kettensäge befreit Schiffe in Dresden aus eisiger Klammer

Kettensäge befreit Schiffe in Dresden aus eisiger Klammer

Die Minusgrade bleiben den Dresdnern auch heute ganztags erhalten, maximal minus fünf Grad werden erreicht. Vor allem am Vormittag fällt wahrscheinlich Schnee, bis zu fünf Zentimeter könnten es heute in Dresden werden.

In der Nacht zum Freitag sinkt das Quecksilber wieder auf einen Wert unter minus zehn Grad.

Das Treibeis auf der Elbe ist gestern weniger geworden. Das liegt an den leicht gestiegenen Temperaturen. Weil das Quecksilber tagsüber im mittleren einstelligen Minusgrade-Bereich verharrte, bildete sich an den Rändern des Flusses weniger schnell neues Eis. Deshalb brachen nicht so viele Eisstücke ab und so trieben weniger Schollen auf der Elbe. Die Schifffahrtssperre wurde aber aufrecht erhalten, schließlich ist es nachts weiter grimmig kalt. Die Bahn kämpft nun mit technischen Problemen. Zwar frieren die Züge und Loks nicht ein, dennoch funktioniert nicht alles nach Wunsch.

Mehr Informationen und Bilder zur Kältewelle in Dresden gibt es auch auf unserer Internetseite www.dnn-online.de.

Von christoph springer

Johannes Paul sägt am Eis, auf dem er sitzt. Wenn der junge Mann aus Dohna seine Kettensäge ansetzt, fliegen nicht die Späne. Dann spritzt das Eis. Seine Säge frisst sich tief in die kalte, frostige Schicht über dem Wasser im Neustädter Elbehafen. Rund 20 Zentimeter dick ist diese Schicht, schätzt der Dohnaer, den Uwe Hentschel engagiert hat. Hentschel ist Chef des Herbergsschiffs "Die Koje", das im Neustädter Elbehafen liegt. Der ehemalige Elbdampfer schwimmt normalerweise im Hafenwasser, jetzt hängt er im Eis fest. Das könnte den Schiffsrumpf beschädigen und deshalb muss Johannes Paul mit seiner Säge ran, wie am Vortag bereits auf der anderen Seite des Damms, der Hafen und Elbe trennt. Dort hat er einen breiten Schlitz ins Eis gesägt, um das Jugendschiff des "Christlichen Vereins Junger Menschen" aus der Umklammerung des Eises zu befreien.

So würde auch Rüdiger Degutsch "seine" Schiffe befreien, wären sie vom Eis umklammert und würde sich der Wasserspiegel der Elbe heben oder senken. Degutsch ist Technikchef bei der Sächsischen Dampfschiffahrt. Seit 1992 arbeitet er bei dem Unternehmen. Dass die Schiffe komplett vom Eis umschlossen werden, sei seitdem noch nie passiert, sagte er. Im Normalfall genüge es, die Schiffe zu beheizen, so dass das Eis an den Schiffsrümpfen taut. Die Schiffe müssen im Wasser schwimmen und sich mit dem Pegelstand der Elbe bewegen können.

Anders als auf dem Fluss werden Schiffe im Alberthafen und beim Wasser- und Schifffahrtsamt im Pieschener Hafen aus der eisigen Umklammerung befreit. Dort fährt der Eisbrecher "Alberthafen", um die Schiffe zu schützen, sagte Binnenhäfen-Chef Detlef Bütow. Auch nach Riesa wird der Eisbrecher notfalls geschickt. Dafür braucht die "Alberthafen" allerdings eine Sondererlaubnis, denn die Elbe ist seit vorgestern wegen des starken Eisgangs für den normalen Schiffsverkehr voll gesperrt.

Die Fähren dürfen dagegen theoretisch trotz der Eisschollen fahren. Die Fährkapitäne entscheiden selbst, ob sie überholen, erklärte gestern der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Falk Lösch. Und sie haben entschieden: Heute soll in Pillnitz wieder eine Personenfähre fahren. Auch zwischen der Johannstadt und der Neustadt und zwischen Laubegast und Niederpoyritz könnten die Fähren heute pendeln, wenn sie den Eisgang unbeschadet überstanden haben. Das prüfen die Fährleute heute. Die Autofähre muss noch pausieren, weil ihr Saugantrieb bei Eisgang besonders störanfällig ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.02.2012

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