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Keine Wohnungen im alten Schokopack Dresden

Keine Wohnungen im alten Schokopack Dresden

Eine der größten Ruinen Dresdens, das ehemalige Schokopack-Hochhaus an der Breitscheidstraße in Reick, wird in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Denn wie die DNN vom Eigentümer des ab 1957 errichteten Gebäudes erfuhren, gibt es eine handfeste Auseinandersetzung mit dem Stadtplanungsamt über die künftige Nutzung des Hauses.

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Das ehemalige Schokopack-Hochhaus in Reick verfällt zusehends.

"Alle von mir vorgestellten Konzepte, insbesondere die Errichtung eines Seniorenzentrums mit altengerechten Wohnungen und Pflegestationen, wurden abgelehnt. Theoretisch bleibt mir kaum etwas anderes übrig, als zu klagen. Doch bis das Verwaltungsgericht ein Urteil fällt, vergehen wohl mehr als zwei Jahre. Sollte mir Recht gegeben werden, ist davon auszugehen, dass die Stadtverwaltung in Revision geht. Das dauert dann noch einmal anderthalb Jahre", ärgert sich Thomas Stern.

Er ist Vorstand der "Meiag. Sächsische Immobilien AG" und hatte das seit der Wende dem Verfall preisgegebene Gebäude vor zwei Jahren erworben. Zu DDR-Zeiten residierte dort die Verwaltung des VEB Schokoladen- und Verpackungsmaschinen.

Hochhaus unter Denkmalschutz

"Aus Sicht der Stadt ist das Gebiet gewerblich geprägt. Sie beruft sich auf Richtlinien des Baugesetzbuches und verweigert uns eine Umnutzung zu jeglicher Art von Wohnformen", so Stern. Die "Meiag" habe schon einen Generalmietvertrag für ein Seniorenzentrum im Objekt ausgehandelt. Doch bei diesem Vorhaben machte ihm die Stadt mit ihren strengen Vorgaben einen Strich durch die Rechnung. Erschwerend kommt hinzu, dass sie das Schokopack-Hochhaus zum Denkmal erklärt hat. Es zählt zu den frühesten Bauten der Moderne in Dresden.

"Als wir den Termin beim Notar für den Kaufvertrag ausgemacht hatten, war es noch kein Denkmal. Eine Woche vor der Beurkundung wurde es per Bescheid zum Einzeldenkmal. Das heißt, jetzt kann ich es nicht einmal abreißen und neu bauen", sagt Stern. Erstaunlicherweise soll das Denkmalschutzamt auf eine Sanierung drängen, denn das Hochhaus ist marode, es gab schon zahlreiche Einbrüche und Vandalismus.

Bleibt das Stadtplanungsamt hart und sperrt sich weiter gegen neuen Wohnraum an der Breitscheidstraße, darf Stern auch kein Pflegeheim und keine Studentenwohnungen bauen. Das Pestel-Instituts hatte bis 2025 einen zusätzlichen Bedarf von 14 150 altengerechten Wohnungen für Dresden berechnet. Rathaussprecherin Nora Jantzen bestätigt, dass "die Einordnung von Wohnungen planungsrechtlich nicht möglich ist". Das Gebäude befinde sich in einem "tatsächlichen Gewerbegebiet".

Keinen Gewerbemieter gefunden

"Wir versuchen, eine gewerbliche Nutzung zu finden. Das ist aber extrem schwierig, denn Reick liegt schon ziemlich weit draußen und bietet sich nicht als Büro- oder Hotelstandort an", betont Stern. Eine Option sei der Einzug eines Callcenters. "Allerdings bekomme ich keine Bankfinanzierung, wenn ich einen Vertrag mit einem Callcenter mache. Denn die Callcenter sind in der Regel bonitätsmäßig nicht so gestellt, dass man darauf eine Zwölf-Millionen-Euro-Finanzierung aufbauen könnte."

Stern glaubt, dass das Stadtplanungsamt die Wohnungen im Schokopack-Hochhaus abblockt, weil dessen Mitarbeiter Konflikte mit der angrenzenden, auf Verpackungsmaschinen spezialisierten Firma "Theegarten Pactec" fürchten. "Im Rathaus hat man offenbar Angst, dass sich die Bewohner über Emissionen und Lärm beschweren könnten und will den Industriebetrieb mit 350 Arbeitsplätzen schützen", sagt Stern. Da- bei stehe der Lieferverkehr in keinem Verhältnis zur Zahl der Autos an der Kreuzung Breitscheidstraße/Moränenende, an der es beidseits nur Wohngebäude gibt. Darüber, so Stern, sei sich jeder Mieter im Klaren, wenn er sich für eine Wohnung im Schokopack-Haus entscheidet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.06.2012

Christoph Stephan

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