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Keine Perspektive für ehemalige Klotzscher Stadtwerke in Sicht

Ein trostloser Anblick Keine Perspektive für ehemalige Klotzscher Stadtwerke in Sicht

Das Areal der ehemaligen Klotzscher Gas- und Wasserwerke in Dresden bietet einen trostlosen Anblick. Das Problem sind Altlasten auf dem Grundstück. Es wenn die beseitigt sind, können die Grundstücke für eine zukünftige Nutzung entwickelt werden. Ein kleiner Schritt wurde jetzt gemacht.

Das Areal der ehemaligen Klotzscher Gas- und Wasserwerke an der Königsbrücker Landstraße bietet einen trostlosen Anblick.
 

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden.  Ob aus dem Pkw oder aus der Straßenbahn, erst recht aus den Fenstern der benachbarten Wohngebiete bietet das Areal der ehemaligen Klotzscher Gas- und Wasserwerke einen trostlosen Anblick. Die Rede ist vom Grundstück Königsbrücker Landstraße 100. Eine grundlegende Veränderung dieses Zustandes ist nicht so bald zu erwarten.

Dies ist jedenfalls der Antwort der Drewag-Stadtwerke Dresden GmbH auf eine diesbezügliche DNN-Anfrage zu entnehmen: „Der ehemalige Gaswerksstandort (ENSO) ist stark mit Altlasten belastet. Da die Bebauung teilweise unter Denkmalschutz steht, gestaltet sich eine Sanierung des Grundstücks schwierig und langwierig“, heißt es da wenig optimistisch. Nach Beseitigung der Altlasten sei es möglich, die Grundstücke für eine zukünftige Nutzung zu entwickeln.

Immerhin wurde als ein erster Schritt zur Verbesserung des Gesamterscheinungsbildes der Wildwuchs zumindest auf dem ENSO-Grundstück beseitigt. Im Rahmen der Altlastensanierung sei angedacht, so die Drewag, auch die Bebauung abzubrechen. Termine, Zeiträume werden nicht genannt, hier muss offenbar Gutding noch viel Weile haben. Sicher zum Ärgernis der Anwohner, die sich weiterhin Tag für Tag, Jahraus und Jahrein mit diesen unerfreulichen Anblicken arrangieren müssen. In unmittelbarer Nachbarschaft entstanden bis 2009 hier insgesamt 24 Einfamilien- und Doppelhäuser der Siedlung „Wohnerlebnis Königswald“.

Das ehemalige Gas- und Wasserwerk Dresden-Klozsche war zweifellos zu Recht ein Stolz der Klotzscher Einwohner. Das Wasserwerk wurde 1899 errichtet, die Wasserförderung erfolgte über mehrere Tiefbrunnen und den Flossertgraben. Im Werksgelände befand sich ein unterirdischer Wasserbehälter, aus welchem das Trinkwasser zu einem Hochbehälter auf die Rähnitzhöhe gepumpt und von dort an die Haushalte verteilt wurde Nach 1945 wurde das Wasserwerk stillgelegt, seine technischen Einrichtungen blieben erhalten. Das Gebäude des ehemaligen Wasserwerkes ist denkmalgeschützt.

Das Gaswerk entstand auf Beschluss des Klotzscher Gemeinderates. Es nahm seinen Betrieb 1905 auf. Zunächst besaß das Werk drei Öfen, Geräte- und Personalräume sowie ein Gasometer mit 800 m3 Inhalt. Bis 1911 kam ein zweiter Gasometer hinzu. Das Gaswerk überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt, es lieferte von bis 1950 Stadtgas an Haushalte und Gewerbetreibende. Auch die Straßenbeleuchtung erhielt das Gas aus dem Klotzscher Gaswerk. Neben dem Gas produzierte das Gaswerk auch Koks.

Bereits 1909 wurden beide Werke zum Gas- und Wasserwerk Klotzsche vereint. Ab 1942 firmierten es als Stadtwerk Klotzsche. Nach der Stilllegung beider Werke wurden die Grundstücke für unterschiedlichste Lager-, Produktions- und Weiterbildungszwecke genutzt. Der ehemalige Wasserwerkstandort ist jetzt noch zu Wohnzwecken vermietet.

Von Peter Weckbrodt

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