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Keine Massenblockaden am Sonntag - dennoch wird es nicht friedlich bleiben

Keine Massenblockaden am Sonntag - dennoch wird es nicht friedlich bleiben

Als Generalmusikdirektor der Semperoper musste Fritz Busch 1933 seinen Hut nehmen. Die Nazis wollten den berühmten Dirigenten zuvor nach Berlin holen, Busch lehnte ab und fiel in Ungnade.

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Diese Aussage von Fritz Busch richten die Verantwortlichen der Semperoper in diesen Tagen an die Rechten.

Quelle: dpa

Er emigrierte nach England. Seine Feststellung "Es ist noch wichtiger, sich anständig zu benehmen, als gute Musik zu machen", hängt seit Montag an der Oper. Die Verantwortlichen des Hauses wenden sich mit diesen Worten gegen die Rechten, die am Sonntag durch Dresden ziehen wollen.

Zugleich könnten sie auch die Menschen ansprechen, die seit Tagen mit markigen Sprüchen dafür sorgen, dass die Stimmung in der Stadt angeheizt wird, dass Gedenken und Erinnern für manche unmöglich werden, weil sie Angst haben. Schließlich stellt sich die Polizei seit Wochen auf einen "Großeinsatz" mit Tausenden Beamten ein. Das Ordnungsamt jonglierte mit den Veranstaltungsankündigungen der verschiedenen Interessensgruppen, die am Sonntag in Dresden auftreten wollen, Verwaltungsrichter mussten sich mit Einsprüchen gegen die städtischen Entscheidungen auseinandersetzen. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen (OVG) hat am Freitagabend entschieden: Nur die Menschenkette, die Sonntag ab 14 Uhr die Innenstadt umschließen soll, darf stattfinden. Weiterer Protest, der sich auch gegen den Naziaufmarsch am Nachmittag am Hauptbahnhof richtet, ist nicht erlaubt.

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An prägnanter Stelle, dem Ufa-Palast, werden Nazis auf diese Weise gegrüßt.

Quelle: dpa

"Massenblockaden" gegen diesen Aufmarsch wird es nicht geben, sagte am Freitag Judith Förster vom Bündnis "Nazifrei! - Dresden stellt sich quer". Die sollen am nächsten Sonnabend stattfinden, denn an diesem Tag planen Rechte nach letztem Stand eine Großkundgebung in der Stadt.

Friedlich wird der Sonntag wohl dennoch nicht bleiben, allein der Naziaufmarsch wird als Provokation verstanden, wie Spruchbänder an markanten Stellen in Dresden zeigen. Vielen Dresdnern gelten aber auch die Menschenkette und das Symbol der weißen Rose als Zeichen gegen die Rechten und der Erinnerung, wenngleich die Nazis marschieren werden, ungerührt von der Menschenkette.

Die Stadtverwaltung und die Polizei halten an ihrem "Trennungskonzept" fest und wurden darin von den Gerichten bis zuletzt bestärkt. Deshalb war auch am Freitagabend letzter Stand, dass nur auf Neustädter Elbseite Aktionen stattfinden dürfen, die sich explizit gegen die Rechten wenden. Die Gegner der Neonazis ließen keinen Zweifel daran, dass sie sich den Rechten am Sonntag dennoch entgegen stellen wollen. Wichtigste Termine:

11 Uhr Heidefriedhof Kranzniederlegung;

zeitgleich Rundgang "Täterspuren" (von der Stadt in die Neustadt verlegt, Veranstalter akzeptierten das nicht);

14 Uhr Menschenkette;

ab 14 Uhr Demos gegen die Rechten in der Altstadt (Veranstaltungsorte nicht genehmigt);

15 Uhr Verleihung Dresden-Preis in der Semperoper, zeitgleich Aufmarsch der Rechten;

am Abend stilles Gedenken an der Frauenkirche.

Christoph Springer

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