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Keine Angst beim Duschen: Bewohner in Prohliser Plattenbau bleiben trotz Legionellen-Gefahr gelassen

Keine Angst beim Duschen: Bewohner in Prohliser Plattenbau bleiben trotz Legionellen-Gefahr gelassen

Der Prohliser Plattenbau Am Anger 22 ist seit Tagen in aller Munde. Grund dafür sind die gefährlichen Legionellenbakterien, die sich in hoher Konzentration in der Warmwasserleitung des Hauses gebildet haben (DNN berichteten).

Dass es einmal so weit kommen würde, hat Enrico Porsche schon lange geahnt. Er lebt in der 7. Etage des Blocks und kann über allerlei Mängel berichten.

"Bereits vor anderthalb Jahren war die Warmwasserleitung undicht und es hat von der Decke getropft." Nur notdürftig sei alles repariert worden, betont der 39-Jährige. Warum das so ist, kann er nicht verstehen. "Dadurch, dass in unserem Haus 80 Prozent der Bewohner Hartz IV-Empfänger sind, bekommt die Gagfah immer pünktlich ihre Miete. Sie könnte deshalb problemlos alles instand setzen", denkt Porsche, der seit acht Jahren in dem Plattenbau wohnt. Trotz der Hiobsbotschaften hat er aber bisher keine Angst vor den Bakterien, die vor allem beim Duschen übertragen werden, wenn sich das warme Wasser mit der Luft vermischt und zerstäubt wird.

"Ich hoffe, dass ich bald meinen neuen Duschkopf bekomme, der die Verbreitung der Legionellen verhindert. Dann sollte nichts passieren", so Porsche. Eindeutig zu dreckig ist es in dem Haus auch seinem Nachbarn Uka Berisa. "Eigentlich müssten die Wasserrohre komplett ausgetauscht werden. Alles ist alt und runtergekommen", erzählt der 46-Jährige. Außerdem ärgere ihn, dass im Fahrstuhl öfters Hundekot und Müll liegen. Über die Bakterien, die tödliche Lungenentzündungen hervorrufen können, mache er sich aber ebenfalls keine Sorgen:

"Der Arbeiter, der den Duschkopf gewechselt hat, hat mir alles erklärt. Das hat mich beruhigt", so Berisa. Entspannt sieht die Situation auch der 24-jährige Peter Anke aus dem 8. Stock: "Ich mache mir bisher keine Gedanken, wenn ich dusche." Er hoffe, dass die Gagfah das Problem schnell in den Griff bekommt, weil besonders ältere Mitbewohner im Haus von den Bakterien gefährdet werden könnten, denkt der Straßenbahnfahrer.

Unterdessen hat die Gagfah bestätigt, dass die thermische Desinfektion, als das Wasser in der Anlage auf 70 Grad erhitzt wurde, um die Bakterien zu töten, nichts gebracht hat. Deshalb soll bald eine chemische Desinfektion durchgeführt werden, bei der dem Wasser ein Stoff auf Chlordioxidbasis zugesetzt wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.02.2013

Hönigschmid, Stephan

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