Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Kein Studium ohne Kitaplatz - Junge Eltern in Dresden auf der Suche nach Kinderbetreuung

Kein Studium ohne Kitaplatz - Junge Eltern in Dresden auf der Suche nach Kinderbetreuung

Luise Tannert und Florian Lötzsch denken an ihre berufliche Zukunft. Der 24-Jährige macht gerade seinen Master in Verkehrswirtschaft an der TU Dresden, die gleichaltrige Luise möchte im Herbst ein Studium der Sozialen Arbeit beginnen.

Voriger Artikel
Streit um Public Viewing in Dresden: Gibt es die Übertragung 2014 nur mit Eintrittsgeld?
Nächster Artikel
Arbeitslosenzahl in Dresden fast unverändert – mehr Arbeitslose als im Vorjahresmonat

Luise Tannert, Florian Lötzsch (beide 24) und ihre Sohn Edgar.

Quelle: Andor Schlegel

Doch all ihre Pläne stehen auf der Kippe. Denn das junge Pärchen hat einen Sohn, Edgar, 14 Monate alt und sie suchen händeringend eine Betreuungsplatz. Und dieses Problem teilen sie mit vielen jungen Eltern in Dresden.

Ab August besteht ein Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Bis dahin will die Stadt noch 2300 neue Kita-Plätze schaffen. Derzeit gibt es rund 76 offene Baustellen, darunter allein 30 Neubauten und zahlreiche Container-Kitas. Bis dahin sind die Eltern jedoch auf ihr Glück und gute Beziehungen angewiesen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern.

Luise und Florian haben sich bisher selbst geholfen. Nach dem Mutterschutz hat Luise ihr Abitur nachgeschrieben. Währenddessen betreute Florian den kleinen Edgar und schrieb nebenher seine Bachelorarbeit. "Ich hatte eine sehr verständnisvolle Betreuerin" berichtet er. So konnte der Dresdner schon vorarbeiten, um Kinderbetreuung und wissenschaftliches Arbeiten auch unter einen Hut zu bekommen.

Auch momentan teilt sich das junge Paar in die Betreuung auf. Florian passt in seinen Semesterferien auf den Kleinen auf, während Luise noch bis August ein nötiges Vorpraktikum für ihr Studium absolviert. Zwischendurch können sie Edgar drei Stunden die Woche in der Kurzzeitbetreuung der Universität abgeben. Doch das reicht nicht aus. "Sobald meine Ferien vorbei sind, müssen wird Luises Dienstplan und meinen Stundenplan so gut wie möglich abstimmen und für Überschneidungen eine andere Lösung finden", so Florian. Ein Familienleben ist so kaum möglich. Während ein Partner sich um Edgar kümmert, nutzt der andere die Zeit für berufliches Fortkommen. Auch seinen Studentenjob musste Florian mittlerweile aus Zeitnot aufgeben. Das macht sich finanziell bemerkbar.

Um einen Betreuungsplatz bemüht sich das Paar bereits, seitdem es von der Schwangerschaft weiß. "Wir haben uns über Konzepte und Unterbringungsmöglichkeiten informiert und Kitas besichtigt", berichtet Florian. "Leider wurden unsere Anfragen überall mit dem Kommentar "erst nach der Geburt" abgewiesen." Zu dieser Zeit war den zwei Dresdnern noch nicht bewusst, wie schwer es werden würde, einen Platz zu finden. Mittlerweile bewerben sich die beiden auch in Einrichtungen weit ab vom Wohnort am Waldschlösschen und dem Arbeitsweg in Richtung Universitä sowie bei Kitas, die noch gar nicht gebaut sind. "Lieber fahre ich eine Stunde durch die Gegend, als dass ich gar nichts machen kann und zu Hause bleiben muss", so der junge Vater. "Uns würde auch ein Halbtags-Kita-Platz reichen. Es muss gar keine Neun-Stunden-Betreuung sein", so Florian. "Edgar spielt gern mit anderen Kindern und ist sehr aktiv. Es ist nicht so, dass ihm hier zu Hause langweilig ist, aber in einer Kita würde es ihm sicher auch gefallen", ergänzt. Luise.

Wenn im Herbst immer noch kein Betreuungsplatz für Edgar vorhanden ist, wird Luise ihr Studium verschieben müssen. Florian steht kurz vor dem Abschluss. Dass er danach zu Hause bleibt und Luise studiert, lässt sich finanziell nicht machen. Folglich müsste die junge Frau weiter daheim bleiben. Aber es besteht Hoffnung, dass die Stadt den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erfüllen kann. Das käme für die zwei Dresdner gerade noch rechtzeitig.

"Was mich besonders ärgert ist, dass das Land Sachsen händeringend versucht, Leute aus anderen Bundesländern und dem Ausland anzulocken", erklärt Florian. "Und während diesem Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte werden Akademiker aus Sachsen, die den Wunsch haben ihre Zukunft hier zu verbringen, wegen banaler Dinge wie einem Betreuungsplatz vertrieben." Der Gedanke, wegzuziehen hat sich bereits in den Köpfen eingeschlichen.

Franziska Schmieder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
16.12.2017 - 12:34 Uhr

Die Schwarz-Gelben wollen nach dem Auswärtserfolg bei Aufstiegsaspirant Union Berlin ihre Siegesserie auch in Duisburg fortsetzen.  Alle Infos und Tore gibt es im Liveticker.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.