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"Kein Kassier-Dich-selbst-Markt" - Der Konsum Dresden wächst gegen den Trend

"Kein Kassier-Dich-selbst-Markt" - Der Konsum Dresden wächst gegen den Trend

Nach den Querelen des zurückliegenden Jahres demonstriert das Führungsduo des Konsums Dresden vor allem eines: Normalität. Marketingvorstand Roger Ulke, den die Vertreterversammlung der Genossenschaft noch im Januar davor bewahrte, geschasst zu werden, präsentierte gestern in Dresden die Strategie des mittelständischen Handelsunternehmens eloquent und zielstrebig wie eh und je.

Dresden.

Vorstandsschef Gunther Seifert attestierte auf DNN-Nachfrage dem Verhältnis der zwei Männer an der Spitze eine nie in Frage gestellte Einigkeit. Und an den Zahlen lässt sich ablesen: Der erfolgreiche Kampf der Vertreterversammlung um das Mitspracherecht bei der Vorstandsbesetzung hat in der Firmenbilanz keine Schrammen hinterlassen.

Der Konsum Dresden baut erfolgreich auf seine regionalen Wurzeln, um sich im Gewirr immer neuer Wettbewerber zu behaupten. Zwar raspeln neue Supermärkte von Rewe & Co an den Gewinnen, doch immerhin: Das Jahr 2014 hat die Handelsgenossenschaft im Plus abgeschlossen. Konsumvorstand Gunther Seifert präsentierte gestern einen Bilanzgewinn von 506 000 Euro, etwas weniger als im Jahr davor (541 500 Euro), aber angesichts eher sinkender Trends in der Branche respektabel.

Konsumchef Seifert bemängelte einmal mehr Überkapazitäten am Markt: auf jeden Dresdner kämen 1,7 Quadratmeter Verkaufsfläche - deutlich über Bundesschnitt. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, wie ein Blick aufs Baugeschehen in der Landeshauptstadt zeigt. Da noch mit ausschüttungsfähigen Margen zu glänzen, darf durchaus als ambitioniert durchgehen.

Das Wachstum an Einkaufsflächen bedrängt den Konsum zum Beispiel demnächst akut, wenn am Albertplatz im alten DVB-Hochhaus Edeka seine Pforten öffnet. Schon der Rewe-Markt an der Bautzner Straße habe in der Neustädter Markthalle und in der Alaunstraße Umsatz gekostet, so Roger Ulke. Nun hoffe man, dass die verschiedenen Konzepte nebeneinander existieren können.

Dabei halte der Konsum vor allem den Servicegedanken hoch. "Wir werden kein Kassier-Dich-selbst-Markt", umschrieb es Ulke. Die Genossenschaft beschäftige auf 100 Quadratmetern im Schnitt dreimal mehr Leute als die Discounter, baue den Bringedienst ebenso aus wie das Angebot für Veganer und Vegetarier, biete kostenfreies WLan in den Filialen oder Zusatzdienste wie Reinigung und Schneiderei. Seit Jahresbeginn gibt es auch eine Kooperation mit der Lottogesellschaft, die dem Konsum Provisionen bringen soll. "Da haben wir lange draufhin gearbeitet", sagte Ulke zufrieden lächelnd und verweist darauf, dass es inzwischen auch ein erstes Lotto-SB-Terminal gebe.

Seit 2013 hat das mittelständische Unternehmen gut fünf Millionen Euro in die Märkte investiert - auch in Kältetechnik und neue Leergutautomaten, besonders aber in den Ausbau der Filiale in der Centrum Galerie. Hier versuchen die Manager, mit speziellen Events Publikum zu ziehen. Und sie hoffen auf längere Öffnungszeiten. Denn die Centrum-Galerie schließt schon 20 Uhr.

Für 2016 sagt Vorstandschef Seifert neue Filialen voraus (derzeit in und um Dresden 33), ohne Details zu nennen. Man wolle davon profitieren, auch kleinere Flächen erfolgreich bespielen zu können. "Wir brauchen keine 5000 Quadratmeter", so Seifert, "wir wollen der Nahversorger um die Ecke sein". Unwahrscheinlich sei, dass weitere Frida-Märkte entstünden. Langfristig, ergänzte Ulke, brauche man nicht mehr zwei Marken, das Sortiment sei fast identisch. Die Teilung hätte ihre Berechtigung gehabt, als man in Märkte vordringen wollte, wo es schon einen anderen Konsum gab. Das sei vorbei. Inzwischen ist zum Beispiel der Markt am Waldschlößchen zu einem Konsum umettiketiert worden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.06.2015

Barbara Stock

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