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Kaum noch Platz für Neues: Für Biotech-Standort Johannstadt wird es eng

Kaum noch Platz für Neues: Für Biotech-Standort Johannstadt wird es eng

Für einen weiteren Ausbau des Biotechnologie-Campus' in Johannstadt wird es eng: Rings um das Bioinnovationszentrum BioZ, das Max-Planck-Genetikinstitut und die Uniklinik gibt es nur noch wenige Flächen für eine weitere Expansion.

Vor allem das städtische BioZ platzt aus allen Nähten, wie erst kürzlich auch der Branchenverband "Biosaxony" gewarnt hatte: Dort hofft man auf einen baldigen Umzug der von Samsung übernommenen Organikelektronik-Firma "Novaled", damit Platz für Neugründungen frei wird.

Novaled hat sich mit seinen Laboren, Reinräumen und Entwicklungsbüros mittlerweile auf rund 1000 der insgesamt etwa 8000 Quadratmeter im BioZ ausgedehnt und ist damit eigentlich längst über eine kleine TU-Ausgründung hinausgewachsen. Seit der Übernahme durch die Koreaner suche man "mit Hochdruck" nach einem neuen Standort in Dresden, teilte Novaled-Sprecherin Anke Lemke mit - wollte sich aber noch nicht auf einen Auszugstermin festlegen.

Für Bertram Dressel, den Chef der städtischen Technologiezentrum-Gruppe, zu der auch das BioZ gehört, wäre ein Umzug der Organikelektroniker "ein wichtiger Schritt, damit wir jungen Biotech-Firmen und Ausgründungen wieder Platzangebote im BioZ machen können." Zwar habe er bisher noch keinen Gründer wegschicken müssen, da sich immer Zwischenlösungen fanden. Aber es seien viele interessante neue Geschäftsideen aus der Biotech-Forschung in Vorbereitung, die Platzbedarf im Gründerzentrum am Tatzberg haben.

Wie eng das Angebot für Erweiterungsprojekte in Johannstadt ist, hat erst vor kurzem der Dominoeffekt nach der jüngsten Gründung der Max-Planck-Gesellschaft gezeigt: Die Forscher wollen auf einem früheren Parkplatz ein neues Zentrum für Systembiologie bauen. Da Stellplätze rings um das bestehende Planck-Genetik-Institut und das benachbarte Uniklinikum aber ohnehin knapp sind, soll nun in der ehemaligen Straßenbahn-Gleisschleife gegenüber ein Parkhaus entstehen. Das wiederum sorgte für Proteste, weil hierdurch einige Kleingärten und die "Internationalen Gärten" wegfallen (DNN berichteten).

Da auch Uni- und Helmholtz-Wissenschaftler nach mehr Platz für ihre Biotech- und Medizinforschungen in Johannstadt schreien, hat der Freistaat inzwischen ein mit Altbauten gepflastertes Areal neben dem BioZ gekauft, das früher vom Energieversorger ENSO und den Dresdner Verkehrsbetrieben genutzt wurde. Dort reißen Bauarbeiter in Schutzmontur derzeit mit einem Aufwand von 1,1 Millionen Euro asbestbelastete DDR-Fertigteilbauten und andere Ruinen ab, um Platz für neue Forschungsgebäude zu schaffen.

Denn zwischen Hertel-, Terschek-, Neubertstraße und Tatzberg will die TU Dresden bis 2017 für 21,6 Millionen Euro das "Center for Molecular Bioengineering - ZIK BCUBE" errichten. Der Büro- und Laborbau soll 2017 fertig sein und auf 2900 Quadratmetern Platz für Biotech-Wissenschaftler bieten. Ebenfalls dort bauen möchte die Helmholtz-Gemeinschaft, die auf dem Areal einen 2855 Quadratmeter großen Neubau für das "Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen" (DZNE) andocken will. Für dieses Projekt stehen Kosten und Bauzeit allerdings noch nicht fest. Technologiezentrum-Chef Dressel verhandelt laut eigener Aussage bereits mit dem Land, ob er dort auch ein paar Biotech-Firmen unterbringen kann.

Rings um die Uniklinik wecken zudem noch ein paar kleinere Grund- stücke die Begehrlichkeiten der Biotechnologen. So beabsichtigt die Klinikumsleitung, auf dem Areal der ehemaligen Eg-gü Schuhcremefabrik zwischen Augsburger und Fiedlerstraße ihr "Medizinisch-theoretisches Zentrum" zu erweitern. Als "einzig noch größere Entwicklungsfläche für Klinik- oder Wissenschafts- und Forschungsnutzungen" verbleibt nach Auskunft des städtischen Wirtschaftsdezernats dann nur noch das 1,7 Hektar große Grundstück zwischen Fiedler-, Fetscher- und Blasewitzer Straße neben der Uniklinik.

Sollte sich die Erfolgsgeschichte am Biotechnologie- und Medizin-Standort in Johannstadt fortsetzen, käme danach höchstens noch das ehemalige Plattenwerk in Frage. "Die Fläche sehe ich als einen Favoriten, wenn unsere Biopolis weiter wächst", schätzte Dressel ein. Dies sei aber kein Projekt "für heute oder morgen", sondern die fernere Zukunft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Heiko Weckbrodt

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