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Kardiologen tagen in Dresden - Gut 2000 Mediziner beraten sich bei DGK-Herbsttagung

Kardiologen tagen in Dresden - Gut 2000 Mediziner beraten sich bei DGK-Herbsttagung

Symptome für einen Herzinfarkt werden nach Ansicht von Deutschlands Kardiologen noch zu häufig unterschätzt. "Zu viele Menschen, die Druck in der Brust oder Rhythmusstörungen spüren, denken meist, dass das wieder vorübergeht", sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Professor Eckart Fleck, anlässlich der Jahrestagung in Dresden.

"Da kann die Hilfe dann zu spät kommen." Mehr als 2000 Kardiologen, Internisten und Forscher beraten seit gestern in der Landeshauptstadt über Notfalltherapien, Rhythmusstörungen, Umgang mit Vorhofflimmern und Vorbeugung von Schlaganfällen.

Nötig wäre eine frühe Aufklärung der Menschen, aber auch Training für den Ernstfall schon in der Schule und danach, sagte Fleck, der am Deutschen Herzzentrum Berlin praktiziert. Es gebe zwar Firmen, wo das zur Mitarbeiterschulung gehöre. "Das reicht aber nicht aus, denn das wird meist verdrängt und vergessen." Oft seien potenzielle Retter dann beim ersten Mal mit der nicht einfachen Situation überfordert. "Wenn es jeder könnte, würden mehr Betroffene überleben." Laut Fleck werden die an öffentlichen Stellen mit größeren Menschenansammlungen - Flughäfen oder Bahnhöfen - installierten Defibrillatoren seltener als gedacht genutzt.

Dabei zählt bei Rhythmusstörungen, wenn der Betroffene umfällt, jede Sekunde der akuten Reanimation. "Die Wahrscheinlichkeit von Schäden nimmt mit der Zeit zu", erklärte Fleck. "Kommt das Herz in den ersten drei Minuten wieder in den normalen Rhythmus, ist es gut." Je länger es dauere, umso unwahrscheinlicher sei, dass das ohne Schäden bleibe. "In dem Moment, wo die Stoffwechsel von Herz und Hirn unterbrochen werden, läuft die Uhr." Die DGK schätzt, dass es jährlich 250 000 Herzinfarkte bundesweit gibt. Mit einem Anteil von 68 Prozent sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache.

Die DGK-Herbsttagungen bieten Fachärzten in der Regel die Chance von Weiterbildung und Training, richten sich aber auch an die Öffentlichkeit. Schwerpunkt sind Rhythmusprobleme,wobei es um neue Geräte - Im- plantate, Herzschrittmacher und Defibrillatoren - sowie auch um Medikamente geht. 1995 wurden in Deutschland noch 6629 Herzschrittmacher implantiert, 2011 waren es bereits 14 860. Die Anzahl der implantierten Defibrillatoren stieg in diesem Zeitraum von 1975 auf 10 174.

Aber nach jüngeren Studien kann Bewegung auch bei Herzinsuffizienz lebensverlängernd wirken, sagte Fleck. Das betrifft etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland. "Nichtstun ist schlechter als etwas tun, auch bei eingeschränkter Herzfunktion."

Heute geht die Tagung der Mediziner im Internationalen Congress Center zu Ende.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2013

dpa/sb/bast

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