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Kapitulation! Hitze 2013: Klimaanlagen fallen massenhaft aus / Badegruppe bricht ins Freibad ein

Kapitulation! Hitze 2013: Klimaanlagen fallen massenhaft aus / Badegruppe bricht ins Freibad ein

Am Tag 4 der Sommerhitze in Dresden hat sich auch gestern keine Entspannung abgezeichnet. Im Gegenteil: Während sich die Quecksilbersäule an der Wetterstation Strehlen anschickte, bis zum Wert von 36 Grad zu klettern, kapitulierten zahlreiche Klimaanlagen in der Landeshauptstadt.

Alle 18 Klima- und Kühlanlagenbauer aus Dresden und Region waren restlos ausgebucht. "Der Andrang ist riesig", erklärte Andreas Otremba, Betriebsleiter der Kälte- und Klima GmbH Dresden. "Wir sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die Anlagen unserer Kunden am Laufen zu halten." Bei dem Service handle es sich jedoch nicht um pures Wohlfühlen, sondern um die Kühlung ganzer Server-Räume, die Klimatisierung von Industrieanlagen und die Haltbarkeit von Lebensmitteln. "Selbst die DNN würde ohne eine Kühlung der Druckwalzen jetzt nicht vor Ihnen liegen", erklärte der Experte. "Bei den hohen Temperaturen geraten viele Anlagen an ihre technischen Grenzen", sagte Otremba. "Offiziell sind die meisten Fabrikate nur auf Werte bis zu 35 Grad Celsius ausgelegt." Kaufmännische Kriterien spielten bei der Installation eine große Rolle. Sparen Unternehmen bei Wartung und Pflege, könne sich dies bei Hitze schnell rächen. Denn: Klimaanlagen müssten topfit und sauber sein, damit sie richtig funktionieren, so Otremba.

Kapituliert haben gestern auch die Organisatoren des Stadtrates. Wegen der defekten Klimaanlage im Kulturrathaus verlegten sie die Sitzung des Dresdner Stadtparlaments in das Messegelände. Die Anlage wird "unverzüglich" repariert, hieß es gestern aus dem Rathaus. Die Techniker seien bereits im Einsatz. Das hat die Angestellten im Rathaus jedoch sicherlich wenig getröstet. Denn: Nur die Zimmer der Bürgermeister und einige Beratungsräume verfügen über eine Klimaanlage. Immerhin: Wenn die Amtsleiter es erlauben, dürfen die Angestellten der Stadt - anders als sonst - ihren Arbeitsbeginn schon auf sechs Uhr vorverlegen. Dann bleibt wenigstens genug Zeit für die Abkühlung in den Freibädern, doch auch diese waren gestern wieder proppevoll.

Vor neue Herausforderungen in Sachen Kleiderordnung stellt die Hitze die Besucher von Kirchen und Synagoge. "Es sollte klar sein, dass man nicht ins Schwimmbad, sondern in die Kirche geht", sagte Michael Baudisch, Sprecher des Bistums Dresden-Meißen. "Generell haben wir den Wunsch, dass man der Kirche mit Respekt begegnet." Kurze Hosen und freie Schultern seien jedoch beim Besuch katholischer Kirchen anders als in Italien erlaubt. Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Alexander Nachama allerdings sieht kurze Hosen zum Gebet am Freitag nicht so gern: "Es liegt im Charakter des Shabbat, dass man sich nicht wie im Alltag, sondern eher festlich kleidet", erklärt Nachama.

Von kurzen Hosen rät auch die Stilberaterin Gisela Braune ab. Auch freie Schultern und kurzärmlige Hemden seien im Büro nicht angebracht. "Grundsätzlich gilt: Je mehr nackte Haut gezeigt wird, desto mehr Autorität geht verloren." Nackte Haut hingegen zeigten in der Nacht zum Donnerstag Nacht-Badegäste. Neun Frauen und Männer hatten sich im Luftbad Dölzschen zu später Stunde widerrechtlich Zutritt verschafft. Sie müssen sich wegen Hausfriedensbruch verantworten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.06.2013

Katrin Tominski

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