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Kantine in der Neustadt serviert Schnitzel als Henkersmahlzeit

Kantine in der Neustadt serviert Schnitzel als Henkersmahlzeit

Morgen ist es so weit: Die Postkantine im ehemaligen Postgebäude an der Königsbrücker Straße gibt zum letzten Mal Mittagessen an seine 300 bis 400 Stammkunden aus.

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Kantinen-Betreiber Erhard Kleint steht vor den Scherben seiner Existenz.

Quelle: Hauke Heuer

Der Grund: Der neue Besitzer - die Königsreal Investment GmbH aus Berlin -, die den gesamten Gebäudekomplex im März diesen Jahres erworben hat, will die Räumlichkeiten sanieren und danach etwa doppelt so hohe Mieten kassieren (DNN berichteten). Wie der Investor mitteilt, soll so "das Areal wieder zu einem nachgefragten Gewerbestandort und zu einem attraktiven Bestandteil Dresdens und insbesondere der Äußeren Neustadt" gemacht werden.

Erhard Kleint (62), der 1998 die Postkantine übernommen hatte, steht nun, genauso wie seine sechs Mitarbeiterinnen, vor den Scherben seiner Existenz. Der Mietpreis für die große Küche und den Speisesaal hat sich innerhalb eines Jahres von sehr günstigen 1,50 Euro pro Quadratmeter auf über drei Euro mehr als verdoppelt. Die Einnahmen aus der Mittagsverköstigung reichen nicht aus, um die gestiegenen Kosten zu decken. "Wir nehmen jetzt schon maximal 4,40 Euro für ein Essen. Stärker können wir die Preise nicht erhöhen, dann würde unsere Kundschaft aus der Nachbarschaft wegbleiben", erklärt Kleint die prekäre Situation.

Als der Gastronom Anfang des Jahres über die geplante Mieterhöhung informiert wurde, begann er den Speisesaal für Veranstaltungen zu vermieten, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Der neue Eigentümer habe davon Wind bekommen, der Postkantine den Veranstaltungsbetrieb verboten und mit einer sofortigen Kündigung gedroht. Seitdem herrsche Funkstille, so Kleint. "Ich fühle mich vom neuen Investor unter Druck gesetzt. Die Verantwortlichen scheinen alles daran zu setzen, uns aus der Immobilie heraus zu treiben", ärgert sich der Koch.

Als Kleint ankündigt, dass er morgen sozusagen als Henkersmahlzeit noch einmal sein selbst gemachtes Schnitzel, das Lieblingsgericht der Kunden, servieren will und danach seinen Laden schließt, bebt seine Stimme. Er und seine Angestellten müssen sich nun nach neuen Jobs umsehen.

Doch zuerst gilt es Interessenten zu finden, die das Inventar der Großküche aufkaufen. "Vom Kessel bis zum Konvektomat über Tische, Stühle und Theken verkaufe ich alles, was zum Betrieb einer Gastronomie benötigt wird, zum günstigen Preis", wirbt Kleint um Abnehmer für seine Einrichtung, die er in den letzten Jahren erneuert hat. Interessenten können unter der Rufnummer 80 44 774 mit ihm Kontakt aufnehmen oder sich vor Ort über das zu verkaufende Inventar informieren.

Was nach der geplanten Sanierung mit dem ehemaligen Postgebäude geschieht, ist noch nicht sicher. Die Suche nach Mietern sei noch im Gange. Es gebe neben der klassischen Büronutzung bereits Interessenten aus den Bereichen Kultur, Gastronomie und Handel, so der Investor Königsreal. Näheres könne erst im kommenden Jahr mitgeteilt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.12.2013

Hauke Heuer

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