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Kampf um die Deutungshoheit in Dresden

Medienresonanz auf Pegida und Protest Kampf um die Deutungshoheit in Dresden

Mehrere tausend Pegida-Anhänger am Sonntag auf Dresdens Straßen, mehrere tausend Pegida-Gegner am Montag. Dazu jede Menge Polizei und unzählige Journalisten mit Block und Stift, Handy, Mikrofon und Kamera. Die aufgeregten Tage sind Geschichte. Es bleiben die Erinnerung und der Kampf um die Deutungshoheit in Dresden.

Tausende kamen am Montagabend zu „Herz statt Hetze“
 

Quelle: sl

Dresden.  Mehrere tausend Pegida-Anhänger am Sonntag auf Dresdens Straßen, mehrere tausend Pegida-Gegner am Montag. Dazu jede Menge Polizei und unzählige Journalisten mit Block und Stift, Handy, Mikrofon und Kamera. Die aufgeregten Tage sind Geschichte. Es bleiben die Erinnerung an Pöbeleien am Tag der Deutschen Einheit, an sinkende Teilnehmerzahlen bei Pegida und den Gegnern der Bewegung und der Kampf um die Deutungshoheit in Dresden.

Das Bürgerfest am 17. Oktober in Dresden

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„In Dresden läuft nicht mehr viel“ lieferte die Tageszeitung „taz“ nach dem Aufmarsch von Bachmann & Co. am Sonntag den Gegnern der fremden- und islamfeindlichen Bewegung mit einer deutlichen Überschrift Grund zur Freude. Weiter hinten im Artikel konnte man aber auch vom schwachen Protest lesen. „Nur etwa 400 Gegendemonstranten hatten sich eingefunden“, heißt es in dem Blatt aus Berlin. „Pegida ist inhaltlich am Ende“ schrieb die eher konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Frankfurter Rundschau kommentierte, nicht alle, die gegen die herrschende Politik aufbegehrten, „treten dabei wie die Pegida-Marschierer als politische Horror-Clowns in Erscheinung, deren oberstes Ziel darin zu bestehen scheint, das bürgerliche Establishment zu erschrecken“. Und die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt angesichts sinkender Teilnehmerzahlen bei Pegida: Es bleibt „die Erfahrung, dass eine Mischung aus Ausländerhass, Verschwörungstheorien und Elitenverachtung sichtbar auf die Straße gebracht wurde. Und dass die überwältigende Mehrheit der Bürger dem nicht gefolgt ist.“

Der Pegida-Geburtstag und die Gegendemos am 16. Oktober in Dresden. Mehrere Fotografen waren bei den Versammlungen mit dabei und zeigen die wichtigsten Eindrücke vom Demo-Tag in Dresden.

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Der Protest gegen Pegida am Montagabend hatte deutlich weniger Echo in der Presse. Süddeutsche Zeitung und „taz“ beschränkten sich auf die Übernahme von Texten, die Nachrichtenagenturen geliefert hatten, beim Berliner Tagesspiegel und der FAZ fiel das Thema ganz unter den Tisch. Der in Deutschland am weitesten verbreiteten Deutsche Presseagentur (dpa) waren weder das Bürgerfest noch die Demonstration von „Herz statt Hetze“ den Einsatz eines eigenen Fotografen wert.

Herz statt Hetze am 17. Oktober in Dresden

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Bereits am Montagabend meldete sich „Herz statt Hetze“ im Internet mit einem Resümee zu Wort. „Wir betrachten den heutigen Tag als einen gemeinsamen Erfolg aller DemokratInnen und Demokraten. Durch das Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Stadt ist es zum ersten Mal gelungen, Pegida den öffentlichen Raum für ihre schändlichen Inszenierungen zu nehmen“, stellten die Verantwortlichen fest. „Dresden Nazifrei“ schloss sich diesem positiven Fazit an. Das Bündnis fügt aber hinzu, die Zivilgesellschaft habe mehrheitlich für den „Protest auf der Straße“ votiert, also gegen das Bürgerfest auf dem Neumarkt.

Der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann zitierte namenlose „Polizeikreise“. Sie hätten „intern von einer Blamage“ beim Protest gegen Pegida am Montag gesprochen. Auf dem Postplatz, wo die Abschlusskundgebung von „Herz statt Hetze“ stattfand, seien demnach 1200 Menschen gewesen, beim Bürgerfest auf dem Neumarkt 1700. Die Forschungsgruppe „Durchgezählt“ sprach dagegen von etwa 3500 Menschen bei „Herz statt Hetze“. Auf dem Neumarkt waren nach übereinstimmenden Schätzungen mehrerer Teilnehmer deutlich über 2000 Menschen. Manche Besucher des Platzes sprachen gar von der doppelten Teilnehmerzahl.

Von Christoph Springer

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Hören Sie endlich auf, in dieser schönen Stadt herumzuschreien.“ Mit diesen einfachen an Pegida gerichteten Worten hat Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, am Abend den auf dem Neumarkt versammelten Dresdnern aus der Seele gesprochen.

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