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Kampf gegen Feinstaub: Dresden gehen die Ideen aus

Kampf gegen Feinstaub: Dresden gehen die Ideen aus

Die Dresdner Stadtverwaltung sieht anscheinend keinen rechten Weg mehr, die Feinstaub-Grenzwerte in Dresden zuverlässig einzuhalten. Denn diese als gesundheitsgefährdend geltenden Stäube sind zu sehr vom Wetter und von Quellen abhängig, die weit außerhalb Sachsens und damit kommunaler Einflussmöglichkeiten liegen.

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Quelle: dpa

„Wenn wir diesen Wert nicht einhalten, können wir als Stadt daran relativ wenig ändern“, schätzte das Wirtschafts- und Umweltdezernat auf DNN-Anfrage ein. „Überschreitungen sind in Dresden oft mit süd- und südöstlichen Luftmassentransporten verbunden. Treten dazu noch Inversionserscheinungen auf, haben wir dann in der ganzen Stadt hohe Werte.“

Gemeint ist damit: Feinstaub wird oft über Hunderte, ja Tausende Kilometer weit aus Russland und der Sahara nach Mitteleuropa eingeweht. Bei Inversionswettern schieben sich warme Luftschichten über kalte, der Luftaustausch stoppt und der Feinstaub wird in Straßenschluchten wie „festgebacken“. Auch andere Kommunen haben daher weder durch Umweltzonen noch Luftreinhaltepläne die Messwerte zuverlässig und über Jahre hinweg unter die erlaubten 35 Überschreitungstage pro Jahr drücken können. 2014 hat die Messstation Bergstraße in Dresden schon 33 Mal Feinstaub-Alarm geschlagen – dabei hat der für staubträchtige Inversionswetter berüchtigte Winter erst begonnen.

Auch das Bundesumweltamt hatte zuletzt den weiteren Nutzen von Umweltzonen für den Anti-Feinstaub-Kampf in Frage gestellt. Das Dresdner Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) war bereits vor Jahren in einer Studie zu eben diesen Ergebnissen gekommen (DNN berichteten).

Ein städtischer Versuch, zu besseren Messwerten zu kommen, indem man die am höchsten belastete Luftschadstoff-Messstation von der Bergstraße wegrückt, gilt inzwischen als weitgehend gescheitert: Ein entsprechender Test im August, bei dem eine Woche lang die rechte stadtauswärtige Spur neben der Station gesperrt wurde, um einen größeren Abstand zwischen Station und Autoverkehr zu simulieren, hatte die Messwerte nur geringfügig verändert – zu wenig jedenfalls, um zufällige Schwankungen auszuschließen.

Die Verwaltung betont aber, dass dieser Versuch weniger den Feinstäuben, sondern mehr den Stickoxiden gegolten habe. Doch auch da brachte der Test kaum etwas. Gerade aber für die Stickoxid-Belastung in der Stadtluft hat Dresden von EU-Seite ein Ultimatum bekommen, die Grenzwerte spätestens 2015 einzuhalten. Und: Anders als Feinstäube werden die Stickoxid-Werte spürbar durch den Straßenverkehr beeinflusst. Insofern könnte dies die Debatte neu entfachen, ob Dresden vielleicht doch noch eine Umweltzone mit ausgewählten Fahrverboten einführt.

„Gerade bei Stickoxiden müssen die Städte feststellen, dass die Einführung neuer Kfz-Euronormen nicht die prognostizierte Emissionsminderung bringt“, so das Wirtschafts- und Umweltdezernat. „Moderne Dieselfahrzeuge emittieren im realen Fahrbetrieb mehr Stickoxide als nach der entsprechenden Euronorm zulässig ist. Die Städte können dieses Problem nicht aus eigener Kraft lösen, darauf haben der Deutsche Städtetag und das Städtenetzwerk Eurocities eindeutig hingewiesen.“

hw

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