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Kabarettist Arnulf Rating unterzog die Besucher der Dresdner Herkuleskeule einem "Stresstest"

Kabarettist Arnulf Rating unterzog die Besucher der Dresdner Herkuleskeule einem "Stresstest"

Wenn es nach dem Willen von Arnulf Rating ginge, dann blieben die zahlreichen weltweit agierenden Rating-Agenturen noch lange politisches Tagesgespräch. Denn es hat schon echten Seltenheitswert, wenn die Duplizität eines deutschen Familiennamens mit den zur Finanzkrise präsenten Rating-Agenturen so punktgenau stimmt.

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Arnulf Rating in seinem neuen Programm.

Quelle: Andre Kempner

Der gebürtige Mülheimer Kabarettist nutzt diese Steilvorlage und baut darauf sein mittlerweile neuntes Soloprogramm auf, in dem er mit einem "Stresstest-Mobil" unterwegs ist und seine Besucher - nun auch in der Dresdner Herkuleskeule - einem gründlichen "Stresstest" über die großen und wichtigen Themen deutscher und europäischer Politik unterzieht. Das beginnt mit der Einführung durch Schwester Hedwig (Rating-Fans sind dieser energisch selbstbewussten Dame schon 2007 begegnet), die bei Dr. Mabuse gelernt hat. Möglicherweise ist in dieser Lehrzeit auch ihr Verständnis für politische Vorgänge auf der Welt im Allgemeinen und für solcherlei in Deutschland im Besonderen entstanden. So plappert sie munter und direkt drauf los. Erinnert an den Bundespräsidenten a.D. Wulff und dessen Zitat, dass "-der Islam ein Teil unserer Kultur" sei und fügt erklärend hinzu: "Der Gauck lebt das mit seinen zwei Frauen nun aus." Schwester Hedwig weiß auch aus sicherer Quelle, dass der "Heilige Stuhl" mittlerweile ein elektrischer Stuhl sei. Das, sagt Hedwig, habe sie bei ihrem Chef, dem Dr. Mabuse, gelernt.

Projektleiter Rating versucht nun, all diese Versatzstücke in eine Ordnung zu bringen. Und was eignet sich dafür besser als die allgewaltige Krise. Rating formuliert: "Wir brauchen eine Gegenreaktion zum Ärger mit den Rating-Agenturen aus den USA!". Genau dazu fordert er die Kanzlerin auf, denn, so Rating, "sie ist auf jeden Fall intelligent". Was sie auch schon in ihrer Vereidigung zum Ausdruck brachte, indem sie sprach: "Ich schwöre, am deutschen Volk zu verdienen, so wahr mir Gott helfe!" So habe er den Text zumindest verstanden.

"Unsere Wirtschaft läuft seit Jahren wie geschmiert - trotzdem haben wir Schulden in Höhe von ein paar hundert Milliarden Euro!" Jeder Normalbürger fragt sich daher, "da ist doch was faul". Arnulf Rating hat natürlich die wahren Schuldigen am deutschen Desaster herausgefiltert. Er schont in seinem "Stresstest" niemanden, nicht die Politik, nicht die Finanzwirtschaft und auch nicht die, die das alles mit sich machen lassen - das Volk. Doch letzteres nehme ja auch Sarrazins Buch "Deutschland schafft sich ab!" mit ins Bett, anstatt dort Nachwuchs zu produzieren und damit den Buchtitel selbst in Frage zu stellen. Angesichts solch gravierender Fehler nützt wohl auch der beste "Stresstest" nichts.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.10.2012

W. Zimmermann

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