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Junge Menschen helfen jungen Menschen

Dresdner Projekt zur Suizidprävention Junge Menschen helfen jungen Menschen

Suizid ist die zweithäufigste Todesursache in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen. Ein Projekt des Caritasverbandes Dresden hilft jungen Menschen, Krisen zu bewältigen. Das Besondere: Die Ratsuchenden werden von Gleichaltrigen beraten.

Laufen für [U25]: Projektreferentin Annemarie Schütze, Jugendreferent Benno Kretschmar-Stöhr und Bernhard Gottlieb (von links) vom Caritas sind drei von 15 Sportlerinnen und Sportlern, die 4100 Euro für das Projekt beim Dresden Marathon „erlaufen“ haben.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  „Wir sind keine Therapeuten und keine Sozialpädagogen“, sagt Annemarie Schütze. „Wir begleiten junge Menschen in Krisensituationen und versuchen, ihnen eine lebensbejahende Perspektive zu vermitteln.“ Die 26-Jährige betreut gemeinsam mit Alexander Oswald für den Caritasverband Dresden das Projekt [U25]. Es handelt sich um ein Online-Beratungsangebot für suizidgefährliche Jugendliche, das die Caritas deutschlandweit an acht Standorten anbietet. Dresden ist der einzige in den neuen Bundesländern.

Suizid ist nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache bei 15- bis 29-Jährigen. 2014 wurden in Sachsen 184 Verkehrstote, aber 643 Suizidtote registriert. „Die Suizidrate ist in Sachsen höher als in anderen Bundesländern. Das unterstreicht, wie notwendig das Projekt ist“, erklärt die Projektreferentin.

„Niedrigschwelliger Zugang“ ist ein Schwerpunkt von [U25] – junge Menschen unter 25 Jahren können in Lebenskrisen per E-Mail Kontakt mit dem Projekt aufnehmen. Beraten werden sie nicht von Fachleuten, sondern von für diese Aufgabe geschulten Gleichaltrigen. Zehn junge Menschen sind gegenwärtig ehrenamtlich für [U25] in Dresden tätig. An diesem Wochenende beginnt laut Schütze die Schulung für weitere zehn Beraterinnen und Berater.

An mehreren Tagen sprechen die jungen Menschen über psychische Erkrankungen, die Ursachen von Suizidalität und den Umgang mit Suizidankündigungen. Aber auch über eigene Krisenerfahrungen tauschen sich die künftigen Beraterinnen und Berater aus. „Peer-Konzept“ heißt der Ansatz, Gleichaltrige beraten Gleichaltrige. Per E-Mails soll den Ratsuchenden Mut gemacht werden. „Sechs Menschen sind direkt betroffen, wenn sich ein Mensch das Leben nimmt. Sie leiden unter Schuldgefühlen und erhalten keine Antwort auf ihre Fragen“, weiß Schütze. Die Zahl würde viele der Ratsuchenden beeindrucken.

110 Klientinnen und Klienten hat das Dresdner Projekt 2015 betreut, 864 Mailkontakte und 2499 E-Mails wurden gezählt. 23 Prozent der Ratsuchenden kommen aus Sachsen, neun Prozent direkt aus Dresden. Dass [U25] nicht nur Dresdner und Sachsen berät, wird bei der Förderung aber zum Problem. Weder Stadt noch Freistaat sehen Möglichkeiten für eine Unterstützung.„Wir finanzieren das Projekt aus eigenen Mitteln“, sagt Caritas-Geschäftsführerin Heike Riedel. Umso willkommener ist da eine Spende von 4100 Euro, die katholische Christen beim Dresden Marathon vor wenigen Tagen „erlaufen“ haben. „Das hilft unserer Arbeit sehr“, so Riedel.

www.u25-dresden.de; Spendenkonto: IBAN: DE17750903000108203415; BIC: GENODEF1M05; Zweck: U25 Dresden

Von Thomas Baumann-Hartwig

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