Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Junge Männer in Dresden legen los

Balkongärtnern leicht gemacht Junge Männer in Dresden legen los

Gemüse und Blumen auf dem Balkon anbauen – das dürfte doch eigentlich kein Problem sein. Doch wer noch nie gegärtnert hat, der tut sich unter Umständen damit schwer, den Anfang zu wagen. Zwei junge Dresdner Firmen, gegründet von je drei Männern, wollen den Einstieg in das Balkongärtnern erleichtern. Mit Pflanzsets, so dass man gleich loslegen kann.

Auch im Balkonkasten gedeihen Sommerblumen prächtig, beweist heimgruen.

Quelle: heimgruen

Dresden. Junge Leute entdecken das Gärtnern für sich. Das sieht man am Trend des sogenannten Urban Gardening. Überall in Dresden entstehen auf städtischen Frei- und Grünflächen Gemeinschaftsgärten. 21 gibt es jetzt. Sie bringen Menschen zusammen und tragen dem Trend Rechnung, wieder bewusster zu konsumieren, Obst und Gemüse nicht tausende Kilometer durch die Welt zu kutschen, sondern wieder selbst anzubauen, auf nachhaltige Art und Weise. Und zwar auch dann, wenn man selbst über kein Land verfügt und keine Lust hat, sich den Rahmenbedingungen eines Kleingärtnerdaseins anzupassen. So rücken auch Balkons wieder stärker in den Fokus.

Drei junge Männer Ende 20 haben das Unternehmen „Balkongemüse“ gegründet. Die Idee hatte der Dresdner Webdesigner Philipp Munzert, als er mit seiner Freundin den Balkon seiner Wohnung bepflanzte. „Warum müssen es immer Zierpflanzen sein, warum kein Gemüse“, habe er sich gefragt. Und darüber geärgert, dass er immer wieder gesackte Erde quer durch die Stadt schleppen muss, am Ende zu viel davon hat und der Rest dann im Keller lagert. So sei ihm der Gedanke gekommen, „Leuten, die noch nie gegärtnert haben, ein Angebot mit Anleitung zu machen, wo alles, was benötigt wird, dabei ist und man gleich loslegen kann. Wir wollen die Balkone der Städter essbar machen“.

Mit dem Online-Marketing-Manager Tom Bauer aus Chemnitz und Richard Hagedorn aus Leipzig, der dort das Mietgartenprojekt „ernte-mich“ ins Leben gerufen hat, entwickelte Philipp Munzert das Konzept einer einfachen Komplettbox für den Balkon und erreichte damit 2015 beim Startup Weekend Leipzig unter elf teilnehmenden Teams den zweiten Platz.

Die Anerkennung bei einem Wettbewerb ist die eine Seite, die praktische Umsetzung die andere. Doch seit April ist „Balkongemüse“ online. „Wir bieten jeden Monat online eine andere Komplettbox zum Kauf an, die dann per Paketdienst nach Hause geliefert wird.“

Im April umfasst das Angebot neben dem obligatorischen Pflanzgefäß und der Bio-Erde eine Tomatenpflanze sowie Samen für Basilikum und Spinat. 30 Boxen sind schon verkauft. Bestellungen werden bis zum Ende des Monats entgegengenommen. Anfang Mai erfolgt die Auslieferung. Im Mai ist die Komplettbox dann entsprechend der Saison mit Pflücksalat, Paprika und Kohlrabi bestückt. So wird das Angebot jeden Monat saisonal angepasst.

„Wir haben bis Juni geplant, um zu sehen, wie es läuft“, so Munzert. Er hofft auf reges Feedback der angehenden Balkongärtner, die er und seine Mitstreiter zunächst per digitalem Newsletter mit den wichtigsten Anbautipps versorgen wollen. „Langfristig schwebt uns jedoch eine App vor.“

Das Balkongärtnern erleichtern wollen auch der Industriedesigner Burkhard Adam, Wirtschaftsingenieur Mathias Röhm sowie Verkehrsingenieur und Geophysiker Sebastian Langer aus Dresden. Sie gingen vergangenes Jahr mit dem Unternehmen „heimgruen“ an den Start (DNN berichteten). Das Ziel: Fertig bepflanzte Blumenkästen im Versand anbieten.

Burkhard Adam, Mathias Röhm und Sebastian Langer mit ihrer Balkonkasten-“Raupe“

Burkhard Adam, Mathias Röhm und Sebastian Langer mit ihrer Balkonkasten-“Raupe“.

Quelle: Carola Fritzsche (DNN-Archiv)

Das machen mehrere. Doch das Besondere bei „heimgrün“ sollte sein, dass die Blümchen in einem stabilen, biologisch abbaubaren Blumenkasten aus recyceltem Papier kommen. Den kann man entweder so aufstellen oder in einen vorhandenen Plaste-Blumenkasten einsetzen. Mit ihrer Balkonkasten-„Raupe“ räumte „heimgruen“ damals sogar den Publikumspreis im Rahmen des Green-Product-Award ab. Doch was ist aus dem Projekt geworden?

Fertig bepflanzte Blumenkästen zu versenden erwies sich schwieriger als gedacht, gesteht Mathias Röhm. „Das Problem ist die Verpackung. Doch jetzt sei eine Lösung gefunden, „die wir nur noch in Produktion bringen müssen“. Recht erfolgreich ist „heimgruen“ nach eigenen Angaben jedoch mit dem selbst entwickelten Papp-Balkonkasten. Über ganz Deutschland verteilt gebe es bereits mehrere Gärtnereien und Gartencenter, die die Papp-Kästen kaufen, um sie bepflanzt weiterzuverkaufen. Zudem bietet „heimgruen“ für Hobby-Gärtner Pflanzsets an. Sie beinhalten eine Balkonkastenraupe, Erde, Biodünger und Samen nach Wahl. Im Angebot sind derzeit Monatserdbeeren, Küchenkräuter, Pusteblumen, „Japanischer Blumenrasen“ und Sommerblumen.

Die „heimgruen“-Mannschaft hat schon ein nächstes Projekt in der Pipeline. In den nächsten Tagen schalten sie auf ihrer Internetseite einen Online-Marktplatz frei. „Wir wollen zunächst Gärtnereien, Floristen und anderen gewerblichen Anbietern aus dem grünen Bereich – später dann auch Privatleuten – niederschwellig eine Plattform bieten, ihre Produkte und Pflanzen anzubieten.“ Hintergrund sei die Erfahrung, dass viele Gärtnereien online „mit veralteten, nicht gut gemachten Webseiten vertreten sind“.

Von Catrin Steinbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.