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Jugendarbeit in Dresden-Prohlis gefährdet - Jugendhäuser „Game“ und „Pixel“ müssen Angebote einschränken

Jugendarbeit in Dresden-Prohlis gefährdet - Jugendhäuser „Game“ und „Pixel“ müssen Angebote einschränken

Die Jugendarbeit im Dresdner Stadtteil Prohlis gerät immer weiter in Schieflage. Die Angebote in den Jugendhäusern Game und Pixel sowie in der Jugendkunstschule im Palitzschhof mussten in den letzten Monaten eingeschränkt werden.

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Wer in der Nähe eines Spielplatzes wohnt, kann aufgrund des Kinderlärms nicht die Miete mindern.

Quelle: Sven Hoppe

Die Jugendkunstschule im Palitzschhof kämpft um ihre Zukunft. Die Leiterin der Jugendkunstschule, Heike Heinze, ist traurig über die gegenwärtige Situation in der Außenstelle im Palitzschhof. „Die Stelle einer Kollegin, die in den Ruhestand gegangen ist, ist derzeit unbesetzt. Daher mussten wir die Ferienangebote in den Winterferien einstellen“, so Heinze.

Seit Anfang März sind die offenen Werkstätten für Näh-, Druck- und Holzarbeiten nun wieder offen, auch die Sprechstunde für Bürgeranliegen wurde an den Mittwochvormittagen wieder eingeführt. Doch die Kapazitäten für die Aufrechterhaltung der Angebote für die Kinder und Jugendlichen muss die Leiterin an anderer Stelle einsparen. „Die Mitarbeiterin, die gerade in Prohlis aushilft, fehlt natürlich woanders. Auch die Honorarkräfte müssen nun viel mehr als vorher arbeiten, oft unbezahlte Überstunden machen. Das kann ich auf Dauer von niemanden verlangen“, sagte Heike Heinze.

Die Stelle im Palitzschhof sei inzwischen intern im Rathaus ausgeschrieben und die Mitarbeiter um Heike Heinze hoffen auch eine schnelle Entscheidung. Auch die Stadtverwaltung teilte mit, man habe nicht vor, die Stelle zu streichen. CDU-Stadtrat Dietmar Haßler will für den Erhalt der Stelle im Jugendkunsthof kämpfen. „Zur Zeit sind die Veranstaltung an der Jugendkunstschule abgesichert, doch es fehlt dringend eine Person, die das Management übernimmt“, so Haßler.

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Der Palitschhof musste seine Ferienangebote in den Winterferien einstellen - es fehlte Personal.

Quelle: Franziska Schmieder

Vor zuviel Arbeit für zu wenig Personal steht auch das Prohliser Jugendhaus „Game“. Der Treff für Jugendliche verzeichnet zwar einen riesen Andrang, doch die Sozialpädagogen Daniel Rode und Christin Friedrich können ihre Türen nicht so oft öffnen, wie sie möchten. „Derzeit haben wir uns an drei Werktagen geöffnet, die Nachfrage würde aber für fünf offene Tage reichen. Doch da wir nur 1,5 Personalstellen gefördert bekommen, reichen die Kapazitäten für verlängerte Öffnungszeiten nicht aus“, so Daniel Rode. Auch die Ausstattung des Hauses hätte eine Überholung nötig, so der Sozialarbeiter. „Bislang ist das Game für Rollstuhlfahrer leider nicht geeignet. Die Toiletten liegen im ersten Stock und sind somit für die Rollstuhlfahrer nicht erreichbar“, bemängelt Rode. Das Jugendhaus Game richtet sein Angebot speziell an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Aber auch Jungen und Mädchen ab 12 oder bis 27 Jahren sind im Prohliser Jugendtreff willkommen.

Die beste Perspektive in Prohlis hat aus Sicht der Linken-Stadträtin Margot Gaitzsch das Jugendhaus „Pixel“. Allerdings steht hier noch nicht fest, wann genau der Jugendtreff wieder sein ganzes Angebot anbieten kann. Wie DNN-Online bereits berichtetet, muss das jetzige Gebäude an der Elsterwerdaer Straße abgerissen werden. Die Entscheidung, wann genau der Abriss bzw. der Neubau des Gebäudes stattfinden soll, steht noch aus. „Wir bieten derzeit unsere Angebote eingeschränkt outdoor auf dem benachbarten Abenteuerspielplatz an. Auf Dauer ist das allerdings für Kinder und Betreuer unbefriedigend“, so Peter Kühn vom Träger Diakonie. Kühn und seine Kollegen setzen nun große Hoffnungen in ihr Ausweichquartier ebenfalls auf der Elsterwerdaer Straße. „Mit dem Übergangsquartier werden wir uns zwar deutlich verkleinern, von 250 Quadratmeter auf 130 und mit dem Wohnhaus über uns ist die Situation auch nicht ideal, aber besser als momentan wird es in jedem Fall“, so Kühn.

Allerdings sei mit einem Nutzungsbeginn der Interimsstelle frühestens ab Juni 2014 zu rechnen, so die Stadtverwaltung. „Die Arbeit des Pixel muss in jedem Fall in gleiche Umfang fortgesetzt werden, wichtig sind dabei besonders die Bereiche Mädchenarbeit und Medienarbeit“, so Stadträtin Gaitzsch. Bislang gebe es neben dem Pixel nur in einer anderen Einrichtung in Prohlis Angebote für Mädchen. Auch die Medienarbeit, im Zuge derer die Jugendliche für die Schule am Computer arbeiten können und Hausaufgaben ausdrucken können, müsse dringend im Jugendhaus Pixel erhalten bleiben, so die Linken-Stadträtin. Diese Möglichkeiten müssten auch für Kinder gewährleistet sein, deren Eltern aus Geldgründen keinen eigenen PC haben.

Auch Grünen-Ortsbeirätin Julia Günther findet die Einschränkungen in der Jugendarbeit im Stadtteil bedenklich. „Nachdem das Jugendhaus Pixel derzeit geschlossen und die Jugendkunstschule Palitzschhof durch Stellenkürzung in ihrer Arbeit stark eingeschränkt wurde, ist nun auch das Gymnasium für Prohlis offenbar wieder vom Tisch.“, so Günther. Diese Nachrichte setze eine Reihe negativer Nachrichten aus Prohlis fort. „Ich frage mich, ob man in anderen Stadtteilen auch so schnell aufgeben würde, nach Lösungen zu suchen“, so die Ortsbeirätin.

Julia Vollmer

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