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Jugendamt lässt Skaterhalle in Dresden-Reick fallen

Jugendamt lässt Skaterhalle in Dresden-Reick fallen

Die Skaterhalle an der Lohrmannstraße in Reick muss Anfang kommenden Jahres schließen. Wie der Treberhilfe e.V. als administrativer Betreiber mitteilt, will das Jugendamt den Verein nicht mehr beim Unterhalt der Halle mit jährlich 15.000 Euro unterstützen.

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Die Skaterhalle in Reick dient im Winter vielen Skatern als Trainingsort. Das könnte nun bald vorbei sein

„Wir sind auf den Zuschuss der Stadt angewiesen, da wir maximal drei Euro für die Benutzung erheben können und wollen, um sozial schlechter gestellte Jugendliche nicht auszuschließen“, sagt der Sozialarbeiter Dieter Wolfer.

Gerade in den Wintermonaten pilgern Dresdner Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet nach Reick, um auf den überdachten Halfpipes und Rampen ihre Tricks zu üben. Die Skaterhalle ist neben der Straßenunterführung am Neustädter Markt, die derzeit auch geschlossen ist, die einzige Möglichkeit für die Dresdner Skater, im Winter zu trainieren und ihrem Hobby nachzugehen.

Pierré Beyer vom Verein „248 wheels e. V.“, in dem sich die Skater organisieren, beschreibt was passieren könnte, wenn die Skaterhalle geschlossen wird: „Die Jugendlichen werden wieder verstärkt auf Parkhäuser und Einkaufszentren ausweichen, um ihrem Sport nachzugehen oder das Brett gleich zuhause stehen lassen. Professionelle und Semiprofessionelle Skater werden langfristig nach Leipzig oder Berlin umziehen. Hier wird im Allgemeinen besser mit der Szene umgegangen“, sagt der Vereinsvorsitzende, der bereits seit 1999 in der Halle seine Tricks übt.

Das Jugendamt hält die Förderung der Skaterhalle für überflüssig. „Die Fachberatung des Jugendamtes stellte im Laufe des Jahres u. a. fest, dass das Konzept nur in sehr geringem Maße umgesetzt wird“, heißt es in der Begründung des Jugendamtes für das Ausbleiben der Fördergelder im kommenden Jahr gegenüber der Treberhilfe. „Kein Wunder, dass die Mitarbeiter diesen Eindruck gewinnen mussten“, sagt Wolfer und fügt hinzu, „wer die Halle, wie die Vertreter des Jugendamtes, im Sommer besucht, braucht sich nicht zu wundern, dass sie leer ist, denn in den Sommermonaten wird im Freien geskatet. Jetzt beginnt die Hallensaison“. Er könne es gar nicht fassen, dass die Mitarbeiter des Amtes nicht von selber auf diese Idee kommen. 

„Wir erhalten von der Stadt derzeit 15.000 Euro. Alleine 19.000 Euro sind notwendig, um die Miete inklusive der Betriebskosten zu bezahlen. So können wir es uns nicht leisten, feste Arbeitstellen zu schaffen. Trotzdem erwartet das Jugendamt, dass im Hochsommer um 9 Uhr Mitglieder unseres Vereins eine Betreuung in einer Halle durchführen, die in dieser Jahreszeit sowieso nicht besucht wird“, ärgert sich Beyer über die Ansprüche der Stadtverwaltung.

Nun müssen sich die Skater gemeinsam mit der Treberhilfe darauf vorbereiten, den Mietvertrag zu kündigen, die Halle schnellstmöglich zu räumen und ihre Anlagen abzubauen. „Wir werden dafür Monate brauchen und müssen wohl oder übel auch Anfang kommenden Jahres noch Miete für das Gebäude bezahlen. Wie das finanziert werden soll, ist noch nicht klar“, sagt Wolfer und hofft, dass der Jugendhilfeausschuss des Stadtrates, der am Donnerstag tagt, die Beamten des Jugendamtes doch noch in seine Schranken weißt.

Hauke Heuer

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