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Jubiläum: Zehn Jahre Landesverband Sächsische Tafeln e.V.

„Brot wird nicht weggeschmissen“ Jubiläum: Zehn Jahre Landesverband Sächsische Tafeln e.V.

Der Landesverband Sächsische Tafeln e.V. kann auf sein 10-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grund gab es eine Festveranstaltung mit zahlreichen Gästen und Ehrungen im ENSO-Gebäude.

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Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch (3. v.l.) mit dem Vorstand des Landesverbandes (v.l.): Heike May, Joachim Rolke, Stephan Drath, Dietmar Haase und Matthias Thomas.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Der Landesverband Sächsische Tafeln e.V. kann auf sein 10-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grund gab es eine Festveranstaltung mit zahlreichen Gästen und Ehrungen im ENSO-Gebäude.

Stephan Drath, Vorstandsmitglied im Landesverband, blickte auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die lange vor der Gründung des Dachverbandes ihren Ursprung hatte. „Nach der Wende fanden im wieder entstandenen Freistaat Sachsen enorme ökonomische und soziale Veränderungen statt. Einschnitte bestimmten die Arbeits- und Lebensbedingungen eines Großteils der Bevölkerung.“ Nach der Gründung der ersten Tafel Sachsens in Dresden entstanden in der Folge weitere Einrichtungen bei verschiedenen sozialen Trägern oder Vereinen. „Diese verband eine gemeinsame Leitidee, ohne Konkurrenz“, so Drath. „Durch den Zusammenschluss unter einem Dachverband kann in den mittlerweile 38 Vereinen höhere Effizienz und mehr Zuverlässigkeit erzielt werden.“ Auch auf die höheren Anforderungen durch die Flüchtlinge sei man eingestellt gewesen.

Für Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler war es eine besondere Ehre, die Glückwünsche des Landtages zu überbringen. „Die Beziehungen des Landesverbandes reichen über alle Fraktionsgrenzen hinweg“, weiß Rößler, der auch Schirmherr der Meißener Tafel ist und konnte mit Zahlen aufwarten, die ihn selbst beeindruckt hatten. So arbeiteten im letzten Jahr 1500 freiwillige Mitarbeiter an 160 Ausgabestellen im ganzen Bundesland. Insgesamt 735 Tonnen Lebensmittel haben die Sponsoren bereit gestellt und aus rund 900 Märkten liefern lassen. „Die Gerechtigkeit, die auch ein wichtiger Wert in der sächsischen Verfassung ist, steht bei der Tafel als zentraler Begriff.“

Auch Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, überbrachte ihre Glückwünsche. „Wenn Sie in die Augen der Besucher einer Tafel sehen, dann erkennen Sie eine Dankbarkeit, die mit Worten oft nicht ausgedrückt werden kann“, berichtete sie und mahnte an, dass man den Überfluss nicht für selbstverständlich nehmen soll. „Viele sind sich nicht bewusst, was mit Lebensmitteln geschieht, die kurz vor Ladenschluss noch in den Regalen liegen. Meine Mutter sagte immer: ’Brot wird nicht weggeschmissen!’ Leider passiert heute genau das.“ Für die Zukunft wünschte sich Klepsch eine Professionalisierung der Tafeln, hauptamtliche Mitarbeiter sowie mehr Lager- und Kühlmöglichkeiten.

Kai Noack, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V. gab zu, dass ein solches Jubiläum ein zweischneidiges Schwert sei, würde es doch bedeuten, dass immer noch viele Menschen in Deutschland nicht genug Geld für Nahrung hätten. Der Zeitpunkt der Verbandsgründung sei daher auch kein Zufall. „In der Zeit der Hartz-IV-Gesetzgebung gab es einen wahren Gründungs-Boom. Seitdem hat sich die Zahl der Tafel fast verdoppelt.“ In Sachsen sind rund 40% der 140.000 Hilfsbedürftigen Hartz-IV-Empfänger, 30% sind Rentner, 25% Flüchtlinge.

Ein besonderer Tag war es auch für Dr. Edith Franke. Sie gründete 1995 die Dresdner Tafel und war 20 Jahre dessen Vorsitzende. Zudem ist sie Gründungsmitglied des Landes- und Bundesverbandes. „Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet. Das habe ich mir genau angeschaut. Ich wollte sehen, wie man etwas für Menschen tun kann, die sich nicht genug ernähren können“, so Franke. „Danach habe ich beschlossen, dass wir das in Dresden auch brauchen.“ Zunächst habe man soziale Einrichtungen angefahren, beispielsweise auch mit Sabine Ball zusammengearbeitet, die in der Neustadt für notleidende Kinder gekocht hat. „Später kamen dann unsere ersten Ausgabestellen. Zunächst konnten wir nur Obst und Gemüse ausgeben, weil wir keine Kühlmöglichkeiten hatten.“

Im Anschluss an die Gastreden würdigte der Vorstand zahlreiche Vertreter von Sponsoren und der Tafeln aus ganz Sachsen, bevor man in den gemütlichen Teil des Tages überging.

Von Gerrit Menk

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