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Johannstadt soll schöner werden: Rathaus will soziale Brennpunkte entschärfen und stellt Millionen-Antrag an Bund

Johannstadt soll schöner werden: Rathaus will soziale Brennpunkte entschärfen und stellt Millionen-Antrag an Bund

Die nördliche Johannstadt rund um den Bönischplatz soll attraktiver für Anwohner wie Zuzügler werden, damit sich das Areal nicht als sozialer Brennpunkt verschärft.

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Die Strichellinie kennzeichnet das Gebiet, für dessen Aufwertung die Stadtverwaltung Fördergelder beantragt.

Quelle: LHD

Dafür beantragt die Stadtverwaltung nun Fördergelder vom Bund. Zur Debatte stehen Investitionen zwischen 3,5 und neun Millionen Euro. Damit könnten zum Beispiel ein neues Jugendhaus gebaut, der Bönischplatz verschönert, Spielplätze verbessert und marode Bauten abgerissen werden. Diesen Vorschlag will der Geschäftsbereich Stadtentwicklung demnächst dem Stadtrat unterbreiten.

"Ich begrüße diesen erneuten Anlauf sehr", kommentierte Axel Bergmann, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, den Vorstoß. "Die energetische Sanierung der Grundschule Johanna war eine erste wichtige Einzelmaßnahme, doch gibt es noch viel mehr zu tun, um das Viertel rund um den Bönischplatz aufzuwerten." Zwar seien im Haushaltsentwurf derzeit nur knapp 3,5 Millionen Euro für das Projekt "Johannstadt Nord" in den Jahren 2015 bis 2020 vorgesehen. Doch die Vorschläge der Stadtentwickler erfordern eigentlich eher neun Millionen Euro. Bergmann kündigte daher an, sich dafür einzusetzen, dass mehr Geld für das Programm bereit gestellt wird. Er sprach sich auch dafür aus, ein festes Quartiersmanagement ähnlich wie in Prohlis und Gorbitz in Johannstadt-Nord zu etablieren: Ein Büro mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin als Ansprechpartner für Probleme und Vorschläge von Anwohnern, Vereinen, Händlern und anderen Akteuren im Stadtteil.

Das Projekt hängt freilich davon ab, ob der Bund dafür Mittel aus dem Programm "Soziale Stadt" bewilligt. Frühere Anträge aus dem Dresdner Rathaus waren gescheitert. Derweil verfolgt die Verwaltung parallel zum "Johannstadt-Nord"-Projekt den Plan, den EU-Fonds "EFRE" für eine Aufwertung der gesamten Johannstadt und der Pirnaischen Vorstadt anzuzapfen - beide Projekte ließen sich womöglich kombinieren.

In der Johannstadt ist die drittgrößte Ballung von Plattenbauten - nach Prohlis und Gorbitz - in Dresden konzentriert. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt: Laut stadträumlichen Vergleichen liegt die Arbeitslosenquote in Johannstadt mit rund elf Prozent deutlich höher als im Stadtdurchschnitt (7,1 Prozent zum Erhebungszeitpunkt), der Anteil der Hartz-Stützeempfänger mit etwa 21 Prozent sogar fast doppelt so hoch wie in Dresden.

In den Johannstädter Grundschulen stammen teils über 40 Prozent der Schüler aus Einwandererfamilien und damit viermal so viele wie im Stadtschnitt. Dies ist zwar per se nicht negativ, sorgt aber für zusätzlichen Betreuungs- und Vermittlungsbedarf zwischen den verschiedenen kulturellen Lebensentwürfen. Zudem herrscht in diesem Klassen eine hohe Fluktuation, da dort Kinder von Asylbewerbern lernen, die teils nur wenige Monate in Dresden bleiben. Auch kommen viele Heimkinder und behinderte Kinder - teils aus dem ganzen Stadtgebiet - in die Johannstädter Schulen. Zwar gibt es mit dem "Jojo" im Stadtteil einen etablierten Kindertreff, der hat jedoch nur zwei getrennte Plattenbau-Wohnungen zur Verfügung.

Für das städtebauliche Aufwertungsprojekt hat sich die Verwaltung nun ganz speziell das Areal zwischen Käthe-Kollwitz-Ufer, Gerokstraße, Tatzberg, Thomas-Müntzer-Platz und Elsasser Straße ausgesucht. Um genauer zu planen, was mit dem möglicherweise bald verfügbaren Geld wo getan werden muss, soll eine Arbeitsgruppe "Nördliche Johannstadt" etabliert werden, in der Fachämter, Quartiersmanagement, örtliche Wohnungsunternehmen, Anwohner- und Migranten-Repräsentanten vertreten sein sollen. Bewilligt der Bund die Fördermittel, sollen die Investitionen in den Jahren 2016 bis 2019 realisiert werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2014

Weckbrodt, Heiko

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