Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Jobcenter Dresden musste weniger Hartz IV kürzen

Bilanz 2015 Jobcenter Dresden musste weniger Hartz IV kürzen

Wer Termine nicht einhält oder Arbeitsmaßnahme nicht wahrnimmt, muss mit Kürzungen in der Grundsicherung rechnen: Das Jobcenter Dresden hat im vergangenen Jahr rund 10.400 Sanktionen ausstellen müssen – deutlich weniger als noch 2014.

Im vergangenen Jahr wurden im Dresdner Jobcenter weniger Sanktionen ausgesprochen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Der sächsische Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv – mit aktuell über 31.000 freien Stellen in ganz Sachsen sind die Chancen auf Beschäftigung so gut wie nie zuvor. Weil die Mitarbeiter der Jobcenter möglichst viele Menschen in reguläre und vor allem dauerhafte Arbeit bringen wollen, werden häufig Termine vereinbart. Damit nimmt allerdings auch die Zahl der nicht eingehaltenen Termine zu. Werden diese nicht eingehalten, drohen den Beziehern von Arbeitslosengeld Sanktionen, also Kürzungen, in der Grundsicherung. Insgesamt musste im Jahr 2015 landesweit rund 74.800 mal die Grundsicherung gekürzt werden. In Dresden sind diese Leistungskürzungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Die Mitarbeiter des Dresdner Jobcenters haben im vergangenen Jahr rund 10.400 Sanktionen ausstellen müssen – in wegen vor allem, weil vereinbarte Termine nicht eingehalten wurden. Das waren bei 78 Prozent der Kunden der Fall. Aber auch die Weigerung der Aufnahme oder eine abgebrochene Bildungsmaßnahme zählen mit etwa 13 Prozent zu den Gründen für die Kürzung des Arbeitslosengeldes.

Im vergangenen Jahr mussten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Dresden insgesamt 3.894 Frauen und Männer sanktioniert werden. Das sind 444 weniger als noch im Vorjahr und entspricht demzufolge einen Ruckgang von rund 10 Prozent. Im Durchschnitt wurde in der Landeshauptstadt um 107 Euro gekürzt.

In Dresden haben sich im vergangenen Jahr im Durchschnitt mehr Frauen als Männer an die Vereinbarungen und Pflichten gehalten. So sind allein im Dezember 2015 insgesamt 367 Sanktionen gegenüber Männern eingetreten, währenddessen nur 155 Frauen die Leistung gekürzt wurde. „Woran das liegt, kann man nicht genau sagen“, sagt Jan Pratzka, Geschäftsführer des Dresdner Jobcenters. „Anteilig gibt es im Jobcenter Dresden mehr arbeitslose Männer als Frauen. Insgesamt sind es 57,9 Prozent Männer.“

Die Mitarbeiter des Dresdner Jobcenters seien dennoch bemüht, ihre Kunden vor Meldeversäumnissen zu bewahren: „Niemand hat Interesse an solchen Sanktionen. Wir legen unseren Fokus darauf, unseren Kunden eine stabile und dauerhafte Beschäftigung zu vermitteln“, so Pratzka. Zudem gibt es einen SMS-Service, der die Kunden an ihre Termine erinnert.

Die Linke im Sächsischen Landtag hält die „Kürzung des absoluten Existenzminimums“ für unzumutbar. „Dass eine Grundsicherung sanktioniert und gekürzt wird, ist eines Sozialstaates unwürdig“, erklärt Susanne Schaper, sozialpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion. „Menschen, die eh schon wenig haben, auch noch die Lebensgrundlage zu entziehen, ist eine mehr als fragwürdige Praxis.“ Daher hat Die Linke am Donnerstag den Antrag in den Landtag eingebracht, die Initiative für ein für eine sofortige Aussetzung der Sanktionen gegen Leistungsbeziehende nach SGB II zu unterstützen.

Von Juliane Weigt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.