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Jens Pietzonka vom Sternerestaurant "bean & beluga" hat sich als Sommelier in der Szene einen Namen gemacht

Jens Pietzonka vom Sternerestaurant "bean & beluga" hat sich als Sommelier in der Szene einen Namen gemacht

In Jeans und Sweatshirt setzt sich Jens Pietzonka lässig auf die Ecke eines Tisches in der Weinbar des "bean & beluga" auf dem Weißen Hirsch. So leger stellt man sich einen Sommelier - noch dazu einen mehrfach ausgezeichneten - eher nicht vor.

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Jens Pietzonka in der Weinbar des "bean & beluga" auf dem Weißen Hirsch. Der Sommelier liebt gute Weine, macht aber keine Wissenschaft daraus.

Quelle: Lars Müller

Der 41-jährige Dresdner wurde im vergangenen Jahr vom Gourmetfachmagazin Falstaff zum besten Sommelier des Jahres 2013 ernannt, vom Aral-Schlemmeratlas in die Liste der 50 besten Sommeliers Deutschlands 2014 aufgenommen. Pietzonka sagt nüchtern, dass er auf die Ehrungen schon stolz sei, damit gerechnet oder gar gezielt daraufhin hingearbeitet habe er aber nicht. Es seien für einen Sommelier schon so etwas wie späte Ehrungen, sagt der Restaurantleiter des "bean & beluga" schmunzelnd mit Verweis auf sein Alter. Vor mehr als 20 Jahren ist der gelernte Restaurantfachmann im Anschluss an seine Ausbildung zum Restaurantfachmann zum Wein gekommen, erinnert er sich.

Seine Chefs im Schlosshotel Bühlerhöhe in Bühl bei Baden Baden sowie im Sternerestaurant Traube Tonbach in Baiersbronn haben den jungen Sachsen seinerzeit gefördert und für den Wein begeistert. "In Baden waren wir ja quasi mitten in den Weinbergen, haben auch bei Winzern mitgeholfen", sagt Pietzonka. Als Jugendlicher in Dresden habe er nie Kontakt zu Sachsenwein gehabt. "Ich kannte von meiner Familie nur die Gruselgeschichten über die damalige Weinqualität an der Elbe", erinnert er sich. In Diensten der HO hatten seine Eltern die Gastronomie im Dresdner Fernsehturm verantwortet. Aufgewachsen ist Pietzonka im Stadtteil Gruna, im Sommer 1989 flüchtete die Familie mit ihrem alten Wartburg über Ungarn in den Westen. In einem Hotel in Ludwigshafen machte Pietzkonka schließlich seine Lehre. Nach den Jobs in der Spitzengastronomie in Baden - unter anderem als Commis Sommelier - arbeitete er in Berlin, auf Sylt und in Frankfurt am Main. In der Regel war er für die Weinauswahl der gehobenen Restaurants und Nobel-Caterer zuständig, hat dabei immer enge Kontakte zu europäischen Spitzenwinzern gepflegt. Seiner Heimatstadt Dresden und nicht zuletzt dem Dynamo-Fußball habe er sich stets eng verbunden gefühlt, bis er schließlich 2007 auch wieder an die Elbe zurück kam und hier mit seiner Freundin aus Schulzeiten eine Familie gegründet hat.

Eine offizielle Sommelier-Ausbildung hat der anerkannte Weinfachmann nie absolviert. "Es war immer wieder einmal geplant, aber irgendwie hat es zeitlich nicht geklappt", sagt er. Die Berufsbezeichnung Sommelier ist in Deutschland nicht geschützt. Für ein fehlendes Diplom habe er sich aber auch nie rechtfertigen müssen. Und seine Kompetenz in Sachen gute Weine stellt augenscheinlich in der Gastroszene niemand ernsthaft in Frage. Jens Pietzonka hat sich einen Namen gemacht und weiß auch um die Verantwortung: Hebt der Sommelier den Wein eines neuen Weinguts auf die Karte, beschert das dem Winzer zweifelsohne Aufmerksamkeit. "Ich bin immer offen für Newcomer", sagt er. Allerdings sollten die Winzer schon stabil hohe Qualitäten liefern und nicht nur mit einzelnen Tropfen glänzen. Inzwischen darf der Sommelier in sechs Weingütern bei Cuvées sogar selbst mitreden.

Diese Weine sind dann als exklusive Editionen ausschließlich in den Restaurants, Bars und im Feinkostladen des Dresdner "bean & beluga"-Imperiums zu haben. Rund 400 Positionen stehen auf der Weinkarte. Zudem werden die von Jens Pietzonka ausgewählten Weine inzwischen auch über einen Online-Shop vertrieben. Der Weinexperte schwört dabei nach wie vor auf traditionelle Rebsorten. Pilzwiderstandsfähige Neuheiten hätten ihn bisher nicht überzeugen können. Missionieren will der Sommelier aber niemanden. "Wir präsentieren die Weine, bieten sie an und beraten", sagt er. Es liegt ihm auch fern, eine Wissenschaft aus guten Weinen zu machen. Das schrecke eher ab, Pietzonka will aber für Wein begeistern. Um noch mehr Weinfreunden neue Tropfen vorzustellen, sollen in der Weinbar künftig mehr Veranstaltungen und Weinproben unter besonderen Themensetzungen stattfinden. "Zudem laden wir jeden Monat einen Spitzenwinzer ein und stellen dessen Weine dann einige Zeit in den Mittelpunkt", kündigt Pietzonka an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.02.2014

Lars Müller

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