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Jedem zweiten Platz in Dresdner Jugendwerkstätten droht das Aus

Jedem zweiten Platz in Dresdner Jugendwerkstätten droht das Aus

Weil die EU generell ab 2015 weniger Geld für Ostdeutschland geben will, ist nun fast die Hälfte der 107 Plätze für arbeitslose Jugendliche ohne Ausbildung in den Dresdner Jugendwerkstätten vom Aus bedroht.

Das hat Jugendamtsleiter Claus Lippmann am Donnerstagabend dem Jugendhilfeausschuss eröffnet.

Die Betreiber bekommen für 50 dieser Plätze kein Geld mehr aus dem "Europäischen Sozialfonds" (ESF), aus sich das soziale Angebot bisher finanziert hatte. Betroffen sind vier Jugendwerkstätten in Dresden, darunter die vom Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerk (SUFW). Zwar war schon länger bekannt, dass Dresden aus den EU-Prioritätenlisten schrittweise herausrutscht, aber mit dieser Folge hatte kaum einer gerechnet. So wie es aussieht, hat die "Sächsische Aufbaubank" (SAB), die die ESF-Gelder verteilt, daraufhin die Notbremse gezogen und in ganz Sachsen die Zuschüsse für die Jugendwerkstätten zusammengestrichen. In solchen öffentlich geförderten Werkstätten werden Jugendliche, die durch die sozialen Netze gefallen sind und weder Job noch Lehre bekommen haben, an den Arbeitsmarkt herangeführt.

Der von der SAB-Entscheidung überrumpelte Ausschuss in Dresden genehmigte daraufhin jetzt eine Sonderzuwendung von rund 77 000 Euro, damit die betroffenen Jugendwerkstätten nicht zum Jahreswechsel schließen müssen. Spätestens Ende Januar 2015 wird dieses Geld aber aufgebraucht sein, dann muss eine neue Lösung her.

"Das kam überraschend", sagte Ausschussmitglied Carsten Schöne vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Er kritisierte zugleich, dass die Sächsische Aufbaubank die EU-Gelder nicht in einem geordneten Verwaltungsverfahren vergibt, in dem die Betroffenen auch Bescheide erhalten, gegen die sie Widerspruch einlegen könnten. "Die SAB sollte ihre Entscheidung überdenken und die Werkstätten weiter fördern", forderte Tilo Kießling von den Linken. Der Ausschuss werde die Bankenvertreter zur nächsten Sitzung einladen, um darüber zu diskutieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.12.2014

Heiko Weckbrodt

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