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Iris Stauch bietet in Dresden kostenlose Stadtführungen für Flüchtlinge an

Wie Fremde zur Heimat wird Iris Stauch bietet in Dresden kostenlose Stadtführungen für Flüchtlinge an

Mit den Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, helfen. Das war die Grundidee von Iris Stauch. Seit Mai bringt sie, Mitglied im Berufsverband Dresdner Gästeführer, auch Flüchtlingen die Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt näher. Ehrenamtlich, aber voller Elan.

Iris Stauch und Dolmetscher Lotfali Semino (r.) bei einer Stadtführung mit geflüchteten Menschen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Mit den Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, helfen. Das war die Grundidee von Iris Stauch. Seit Mai bringt sie, Mitglied im Berufsverband Dresdner Gästeführer, auch Flüchtlingen die Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt näher – Frauenkirche, Fürstenzug, Goldener Reiter. Ehrenamtlich, aber voller Elan.

„Es ist für mich selbstverständlich, dass ich für Menschen offen bin, die aus den schrecklichsten Krisengebieten der Welt stammen“, erklärt die gebürtige Thüringerin ihre Motivation. Bereits Anfang des Jahres – die Eindrücke von demonstrierenden Dresdnern gegen die Ankunft Asylsuchender waren ihr da noch präsent – hatte sie die Idee. Die Umsetzung indes gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Ich dachte, ich schreibe eine Mail und schon gehts los“, erinnert sich Iris Stauch. Den Kontakt zu interessierten Flüchtlingen herzustellen, entpuppte sich jedoch als zeitintensiver.

Sie gestaltete Flyer, kontaktierte zum Beispiel den Ehrenamtskoordinator der Stadt und auch die Erstaufnahmeeinrichtung an der Hamburger Straße, um zu mobilisieren. Sie musste lernen, dass es Zeit braucht, bis ihre Idee bekannt und von denen aufgenommen wird, für die sie gedacht ist. Langsam stößt das Angebot auf Interesse, vier Führungen haben bereits stattgefunden, zwei sind pro Monat geplant. Der Einsatz im Alleingang und neben ihrem eigentlichen Job hat sich gelohnt.

Bei ihren Touren durch die Stadt aber ist die Gästeführerin auf Hilfe angewiesen. „Ich spreche mehrere Sprachen, aber die helfen mir da nicht.“ Zwei Dolmetscher – Sara al Nassir für Arabisch und Lotfali Semino für Persisch – unterstützen sie. Bisher kamen wissbegierige Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan, dem Iran. „Ich beobachte oft Freude in den Augen, wenn ich den Namen der Frauenkirche erkläre, ’der Jungfrau Maria gewidmet’. Maria wird auch im Koran geachtet, Muslime nennen sie Marjam. So können geflüchtete Menschen hier ein Stück ihrer Kultur entdecken.“ Und damit vielleicht auch ein Stück Heimat.

Das ist es auch, was Iris Stauch erreichen möchte. Natürlich sollen ihre Führungen ein Zeichen setzen und ein Beitrag neben zahlreichen anderen in Dresden für mehr Offenheit sein, sie sollen den geflüchteten Menschen aber auch die Kultur der Stadt nahebringen, ein wenig zeigen, wie Dresden, wie Deutschland tickt. Deshalb sei es auch schade, dass wenig Frauen daran teilnehmen, familienspezifischer wünsche sie sich ihr Angebot.

Um dies zu erreichen, hat sie Kontakt mit dem montäglichen Café für geflüchtete Frauen im Kleinen Haus aufgenommen. „Meist kommen mehr Männer als Frauen, die Männer fragen, die Frauen sind sehr zurückhaltend, fast still.“ Sie beobachtet das alles, auch dass weniger kommen als angemeldet, doch sie bewertet oder verurteilt nicht.

Wer geflüchtete Menschen über die Stadtführungen mit Iris Stauch informieren will, kann sich per Mail an isa@isasite.de bei der Gästeführerin melden.

Von Christin Grödel

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