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Investor lobt Fassadenwettbewerb für Palais Riesch auf dem Dresdner Neumarkt aus

Investor lobt Fassadenwettbewerb für Palais Riesch auf dem Dresdner Neumarkt aus

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) ist zu einem aus ihrer Sicht weitgehenden Verzicht bereit: "Wir verstehen, dass das Gartenhaus und der Garten aus ästhetischen und wirtschaftlichen Gründen nicht kommen werden", erklärte Vorstandsvorsitzender Torsten Kulke gestern.

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Die Gesellschaft Historischer Neumarkt will, dass das Palais Riesch an der Rampischen Straße nach historischem Vorbild gebaut wird.Visualisierung: GHND

Quelle: lox

Wenn Garten und Gartenhaus im Quartier III entstehen würden, wäre die Brandwand zum Polizeipräsidium zu sehen. "Das wäre optisch schwer zu bewältigen", räumt Kulke ein.

Für den Verzicht fordert die GHND vom Investor CG Gruppe aber Einlenken an anderen Stellen: "Wir wollen, dass die Fassaden des Palais Riesch, der Rampischen Straße 4 und 6 (ehemalige Firma Gläser), Landhausstraße 3 und Landhausstraße 13 (Alte Post) nach historischem Vorbild rekonstruiert werden." Kulke stellte die Forderungen nicht in den luftleeren Raum, sondern lud Bert Wilde, Dresdner Niederlassungsleiter des Investors, zum Gespräch ein. "Wir wollten ein klares Bekenntnis zum Palais Riesch hören", teilte der Vorsitzende deutlich mit.

Dieses Bekenntnis konnte Wilde nicht ablegen. "Wir werden einen Fassadenwettbewerb ausloben. Für einen Wettbewerb wäre eine vorgefasste Meinung kontraproduktiv." Es sei aber klar, dass wesentliche Merkmale des Palais Riesch als Planungsziele verankert würden. Wilde bat um Verständnis, dass er die Wettbewerbsergebnisse nicht vorwegnehmen könne und wies auf die Rekonstruktion des Palais Hoym hin, die die CG Gruppe trotz schwieriger Deckenhöhen und Grundrisse leisten werde. "Das ist wirtschaftlich sehr anspruchsvoll", so der Niederlassungsleiter. In das Palais Hoym soll ein Hostel einziehen.

Ein Konzept, das Kulke ausdrücklich begrüßt. "Das bringt junge Menschen auf den Neumarkt." Auch für das Palais Riesch seien angesichts historischer Deckenhöhen kreative Nutzungsmöglichkeiten wie Maisonette-Wohnungen möglich, schlägt Kulke vor. Investor und GHND werden im Gespräch bleiben.

Die GHND hat gestern den reich bebilderten Tagungsband "Wie bauen wir die Stadt?" vorgelegt, der unter anderem Referate zum Symposium anlässlich von 15 Jahre GHND im vergangenen Jahr zusammenfasst. Der im Michael Imhof Verlag erschienene Tagungsband kostet 24,90 Euro und kann im Informationspavillon der GHND oder im bundesweiten Buchhandel gekauft werden.

Auf die Frage des Bandes gibt Mitherausgeber und Architekturprofessor Jörg Sulzer eine klare Antwort: "Raumgeborgenheit" sei der Schlüsselbegriff der Architektur in der globalisierten Welt. Die Gestaltung von Stadtquartieren sei das Gegenstück zu Anonymität und Offenheit des Siedlungsbaus, der Dresden bis jetzt prägen würde - von der löblichen Ausnahme Neumarkt abgesehen. "Wir brauchen eine öffentliche Stadtplanung, die gestaltet und es nicht den Investoren überlässt, wie die Gebäude aussehen", so Sulzer. Es könne einem Investor nicht vorgeworfen werden, wenn er maximale Fläche in ein Gebäude bringen will. "Aber dann bekommen wir keine Kleinteiligkeit und Vielfalt."

Ob der designierte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) Silzers Forderungen nach öffentlicher Stadtplanung umsetzen kann, sei schwer zu sagen, erklärte Kulke. "Wir hätten uns bei der Auswahl des Baubürgermeisters ein Fachgremium gewünscht. Nach 14 Jahren Stillstand erfordert das Amt ein hohes Maß an Durchsetzungskraft."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.07.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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