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Interview mit Straßengezwitscher Gründer Johannes Filous

Netzaktivismus Interview mit Straßengezwitscher Gründer Johannes Filous

Der Twitter-Account „Straßengezwitscher“ beobachtet seit März 2015 Pegida und andere rechte Bewegungen in Sachsen und wurde dafür in der vergangenen Woche mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. DNN-Online haben mit einem der beiden Gründer Johannes Filous über die neue Plattform Crowdgezwitscher und kommende Pläne gesprochen.

Johannes Filous und Alexej Hock gründeten im März 2015 das Projekt Straßengezwitscher.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Der Twitter-Account „Straßengezwitscher“ beobachtet seit März 2015 Pegida und andere rechte Bewegungen in Sachsen und wurde dafür in der vergangenen Woche mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. DNN-Online haben mit einem der beiden Gründer Johannes Filous über die neue Plattform Crowdgezwitscher und kommende Pläne gesprochen.

Sie haben den Grimme Online Award gewonnen. Haben Sie damit gerechnet?

Ehrlich gesagt nicht. Schon die Nominierung war für uns eine große Ehre. Wir sehen diese Auszeichnung als eine Bestätigung unserer Arbeit und auch als Aufwertung des Online-Journalismus insgesamt, der bis heute nicht immer ernst genommen wird.

Nun soll auf Straßengezwitscher das Projekt Crowdgezwitscher folgen. Was hat es damit auf sich?

Bei Crowdgezwitscher handelt es sich um eine durch Crowdfunding finanzierte Rechercheplattform, die zum Beispiel Journalisten bei ihrer Arbeit unterstützen soll. Die Seite basiert auf einer Karte und bietet für jeden Ort in Sachsen Informationen über rechte Aktivitäten die bereits stattgefunden haben, aber auch über Akteure – etwa Anmelder von Demonstrationen. Im Juli soll eine erste Version der Seite online gehen.

Klingt nach viel Arbeit…

Das ist es auch. Doch wir werden mittlerweile in ganz Sachsen von rund 30 Mitstreitern unterstützt, die zum einen auf Demonstrationen Informationen sammeln, aber auch helfen, die Webseite zu betreiben. Wir wollen unser Engagement noch ausbauen. Jeder kann sich bei uns melden und über Twitter live berichten.

Wie gelingt es Ihnen, dem journalistischen Anspruch, den Sie selber formulieren, zu genügen, wenn potenziell jeder ohne entsprechende Ausbildung oder Berufserfahrung bei Crowdgezwitscher mitmachen darf?

Zum einen wachsen wir sehr langsam, um die Kontrolle zu behalten. Zum anderen haben wir feste Regeln und Qualitätsschranken aufgestellt. Wir geben nichts ungeprüft an die Öffentlichkeit.

Am 8. und 9. Oktober versuchen Sie es einmal offline und laden zur Konferenz „2gather“ nach Dresden. Was können wir von dieser Veranstaltung erwarten?

Wir wollen Akteure aus Kunst, Zivilgesellschaft, Politik und Journalismus in Dresden zusammenbringen, weil sich hier in Sachsen der Rechtspopulismus, der eigentlich ein europaweites Problem ist, kristallisiert. Es wird verschiedene Workshops und Vorträge geben. Wir befinden uns in der Planungsphase und wollen aus Sicherheitsgründen noch nicht verraten, wo die Konferenz stattfinden soll. Sicher ist: Der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (SPD) wird die Abschlussrede halten.

Straßengezwitscher ist bereits seit März vergangenen Jahres online. Hat dieser Twitter-Account ihr Leben verändert. Wollen Sie jetzt Journalist werden?

Das kann man so sagen. Straßengezwitscher ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens geworden. Ich studiere nebenbei Medizin – eine heftige Doppelbelastung. Aber wir haben uns im Laufe des letzten Jahres auch professionalisiert, einen Verein gegründet und neue Mitstreiter gefunden. Trotz allem möchte ich weiterhin Arzt werden. Alexej Hock, der mit mir Straßengezwitscher gegründet hat, will tatsächlich in Zukunft als Journalist arbeiten.

Von Hauke Heuer

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