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Interview mit Priv-Doz. Helmut Sachs, Chefarzt der Augenklinik Friedrichstadt über die Ursachen von Erblindung

Interview mit Priv-Doz. Helmut Sachs, Chefarzt der Augenklinik Friedrichstadt über die Ursachen von Erblindung

Zunächst muss man feststellen, dass Blindheit unterschiedlich definiert wird. Das Gesetz definiert Blindheit, wenn ein Mensch mit seinem besseren Auge weniger als 1/50 sieht.

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Quelle: PR

Wie definiert die Medizin Blindsein?

Damit kann man große Zeitungsüberschriften nicht mehr lesen. Ansonsten gilt als blind, wer sich in einer unbekannten Umgebung nicht orientieren kann. Subjektiv bestehen jedoch große Unterschiede.

Welche Augenkrankheuten können zum Erblinden führen?

Die wichtigsten und häufigsten Krankheiten, die hierzulande zum Verlust des Augenlichts führen können, sind die Makuladegeneration Diabetes und auch das Glaukom. Degenerative Erkrankungen können auch zu einer Erblindung führen, wie z.B. die Retinitis pigmentosa, eine Netzhautdegeneration, bei der die Photorezeptoren zerstört werden. Die Makuladegeneration betrifft die zentrale Netzhaut und geht mit einem fortschreitenden Funktionsverlust des zentralen Sehens einher. Im Gegensatz dazu gefährdet das Glaukom, der sogenannten Grüne Star, das Gesichtsfeld und beeinträchtigt so das Sehvermögen. Beim Glaukom erhöht sich der Augeninnendruck. Das kann mit Medikamenten oder einer Operation behandelt werden. Das sind alles Krankheiten, die eher ältere Menschen betreffen. Zur Erblindung kann es außerdem kommen, wenn im Gehirn Bereiche der Sehbahn geschädigt werden z.B. durch einen Schlaganfall. Ein Risikofaktor für die Erblindung oder Entwicklung einer Sehbehinderung ist leider auch die Frühgeburt. Bei einem Frühchen ist die Netzhaut noch nicht voll entwickelt und es kann im Rahmen der Reifung zu Störungen kommen, die im schlimmsten Fall auch eine Blindheit bedeuten können.

Erwirbt man alle diese Krankheiten im Laufe des Lebens?

Nein, es gibt auch erbliche Krankheiten, die zur Erblindung führen können. So kann die Retinitis pigmentosa vererbt werden und auch schon jüngere Menschen erblinden lassen. Die Krankheit verläuft schleichend, die Patienten sind meist zuerst nachtblind.

Welche Therapien gibt es inzwischen?

Wir haben bei der Therapie der Makuladegeneration große Fortschritte gemacht. Die feuchte Form dieser Krankheit können wir mit Spritzen in das Auge sehr gut behandeln. Leider hilft das nicht bei der trockenen Form der Krankheit. Und diese betrifft mit 85 Prozent die Mehrheit der Patienten. Bei den erblichen Augenkrankheiten wird viel auf dem Gebiet der Genetik geforscht, um mit einer Gentherapie in Zukunft Erfolg haben zu können. Sehr innovativ sind auch Sehprothesen. Diese funktionieren nur bei degenerativen Augenerkrankungen, geben den Patienten lebenspraktische Hilfen. Derzeit können diese Patienten bestenfalls große Zeitungsüberschriften lesen.

jv

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