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Internet-Schwarm macht Produkt-Entwicklung

Kluge Pillenschachteln und Anti-Quasimodo-Shirts Internet-Schwarm macht Produkt-Entwicklung

Dresdner Organikelektronik-Forscher testen derzeit neue Innovationskonzepte wie Schwarm-Ideenfindung aus. Die erste Ernte holen sie nun ein.

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Quelle: FEP

Dresden. Dresdner Organikelektronik-Forscher testen derzeit neue Innovationskonzepte wie Schwarm-Ideenfindung aus. Die erste Ernte holen sie nun ein: Immerhin 72 Ideen für neue Produkte aus flexibler Elektronik haben Tüftler und Unternehmen bei einem Wettbewerb der Innovations-Plattform „flex+“ eingereicht. Eine Jury hat nun die besten drei Konzepte mit Preisen ausgezeichnet.

Die mit 1500 Euro dotierte Sieger-Idee: Intelligente Medikamenten-Verpackungen sollen in Zukunft verhindern, dass vergessliche Senioren zu viel oder zu wenige Arzneien am Tag einnehmen. „Die unregelmäßige, versäumte oder nicht termingerechte Einnahme von insbesondere modernen und hochwirksamen Medikamenten kann ein hohes Risiko für den Behandlungserfolg darstellen“, argumentieren die Autoren.

Sie wollen Blister-Verpackungen für Medikamente deshalb in Zukunft mit dünner biegsamer und ebenfalls transparenter Elektronik auskleiden. Deren Sensoren erkennen, wann und wieviel Pillen der Senior aus seiner Tagesration nimmt. Dies melden sie dann per Funk an ein Smartphone oder an den Pflegedienst-Rechner. Eingereicht haben diese Idee das Laserbearbeitungs-Unternehmen 3D-Micromac AG aus Chemnitz und die Elektronikfirma Contronix aus Radebeul.

Ein weiterer Preisträger hat vorgeschlagen, Rückenschmerz-Patienten mit intelligenten Sensor-Shirts einzukleiden, die die Körperhaltung überwachen. Wieder andere Ideengeber plädieren für Leuchtpflaster, die die Körpertemperatur anzeigen, für Schulbücher mit elektronisch aktualisierbaren Seiten oder für Navi-Armbänder, die Fußgänger mit Vibrationssignalen durch die Stadt lotsen.

Jetzt will das in Dresden ansässige Technologienetzwerk „Organic Electronics Saxony“ in einem „offenen Kreativprozess“ die besten Ideengeber mit Entwicklern und Wirtschaftsvertretern zusammenbringen, um auszuloten, ob und wie die eingereichten Konzepte wirklich realisierbar sind. Und danach möchten die Forscher das „Crowd Inventing“ – angelehnt an die bereits erprobte Schwarmfinanzierung („Crowdfunding“) im Internet – weiter ausbauen: Nachdem sie im ersten Ideen-Wettbewerb nur nach Ideen für neue Medizinprodukte gefragt hatten, wollen sie den Internetschwarm als nächstes befragen, welche möglichen Automobil-Erfindungen aus flexibler Elektronik dem Schwarm-Orakel einfallen.

Von DNN

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