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Internationale Gärten möchten nicht für Parkhaus des Max-Planck-Instituts weichen

Internationale Gärten möchten nicht für Parkhaus des Max-Planck-Instituts weichen

Als sich die Internationalen Gärten vor acht Jahren auf einem Grundstück nahe der Gleisschleife an der Pfotenhauer Straße niederließen, war das Land wenig begehrt.

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Linke-Stadtrat Tilo Wirtz (li.) und Mattes Hoffmann vom Vorstand der Internationalen Gärten ärgern sich über die Parkhauspläne und die schlechte Kommunikationspolitik der Stadt.

Quelle: Carola Fritzsche

"Am Anfang sah es hier nicht sehr schön aus. Alles war dreckig und vermüllt", sagt der Sprecher der Internationalen Gärten, Mattes Hoffmann. Mittlerweile ist ein vielseitiger Grünzug entstanden, der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenbringt. Ganz gleich, ob Migrant, Flüchtling oder Einheimischer, ob arm oder reich - jeder ist hier willkommen.

Allerdings ist die Idylle in Gefahr. Grund ist das expandierende Max-Planck-Institut für Zellbiologie, das Parkplätze benötigt. Diese sollen in Form eines Parkhauses auf dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück der Internationalen Gärten sowie den Flächen der nahe gelegenen Kleingärtner entstehen.

Als jedoch der Bauausschuss des Dresdner Stadtrates am 13. März darüber entscheiden wollte, wurde den anwesenden Stadträten plötzlich klar, dass die Stadt die betroffenen Gärtner lediglich im Hauruckverfahren informiert hatte. "Die Verwaltung hat jahrelang ins Blaue hinein geplant und möchte jetzt vollendete Tatsachen schaffen. Das ist nicht in Ordnung", sagt Linke-Stadtrat Tilo Wirtz bei einem Vor-Ort-Termin in den Gärten. Er sehe die Gefahr, dass die Gärtner gegen das Max-Planck-Institut ausgespielt werden. "Es wird jetzt gesagt, dass dieser Standort die letzte Lösung ist. Allerdings wurde vorher nicht offen über mögliche Alternativen gesprochen", so Wirtz.

Trotz des Angebots von Alternativflächen an den Ecken Pfotenhauer-/Pfeifferhannsstraße sowie Dürer-/Holbeinstraße wollen die Gärtner eigentlich bleiben, wo sie sind. "Für unseren 10000 Euro teuren Container haben wir EU-Gelder bekommen. Es könnte sein, dass wir das Geld zurückzahlen müssen, wenn wir gezwungen werden, umzuziehen", befürchtet Hoffmann. Der seit 2005 existierende Verein, der etwa 80 Menschen aus aller Welt vereint und mit einer Jahrespacht von 1000 Euro fünf Mal so viel pro Quadratmeter zahlt wie ein Kleingartenverein, könnte auf diese Weise in die Insolvenz getrieben werden, so Hoffmann.

Aus diesem Grund hoffen die Vereinsmitglieder, dass die Parkhauspläne noch in letzter Minute gestoppt werden und stattdessen auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts eine Tiefgarage entsteht. "Das neue Amtsgericht hat ebenfalls eine Tiefgarage, obwohl es auch recht nah an der Elbe gelegen ist", meint Hoffmann. Tilo Wirtz sieht die Sache nüchterner. "Ich bin Ingenieur und brauche Zahlen, die belegen warum eine Tiefgarage nicht gebaut werden kann. Es geht nicht, dass in der einen Sitzung Grundwasser und in der nächsten Erschütterungen als Hinderungsgrund genannt werden", sagt Wirtz, der sich dafür einsetzt, dass der Verein Internationale Gärten im Falle des Umzugs angemessen entschädigt wird. Seiner Meinung nach sollte dies der Freistaat übernehmen, weil dieser auch auf dem Grundstück bauen möchte. Eine salomonische Position nimmt indes einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie, Anthony Hyman, ein. "Die Erweiterung des Max-Planck-Instituts um 150 Stellen ist für den Wissenschaftsstandort Dresden sehr wichtig. Ich kann aber auch die Gärtner verstehen und hoffe, dass eine gute Lösung gefunden wird. Wir werden alles tun, um ihnen zu helfen."

Nach Angaben des Instituts kommen von den etwa 400 Mitarbeitern 70 Prozent mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Arbeit. "Von daher stellt sich schon die Frage, ob ein Parkhaus nicht kontraproduktiv wäre und man am Ende nicht zusätzlichen Verkehr anlocken würde", so Hoffmann. Nach Angaben der Stadt besteht im Umfeld des Max-Planck-Instituts ein Parkplatzbedarf von etwa 1860 Parkplätzen. Bei dieser Berechnung spielen allerdings auch das Uniklinikum und das nahe gelegene Bioinnovationszentrum eine Rolle. Heute tagt der Bauausschuss des Stadtrates erneut.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2014

Stephan Hönigschmid

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