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Interimshalle für die Dresdner Zoo-Elefanten fertig: Bullenhaltung künftig möglich

Interimshalle für die Dresdner Zoo-Elefanten fertig: Bullenhaltung künftig möglich

Es gibt eine leise Hoffnung auf Nachwuchs bei den Elefanten. Die neugestaltete Anlage wird nämlich auch Platz für die zeitweise Haltung eines Bullen bieten.

Doch nur Drumbo wird noch einmal Mutterfreuden entgegenblicken können. Die anderen beiden Kühe sind bereits zu alt. Jetzt ist erst einmal die Interimshalle für die drei Dickhäuter fertig geworden. Bis das marode Afrikahaus saniert ist, wird sie ihnen als Unterkunft dienen. DNN beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Der Interimsbau für die Elefanten ist fertig. Wann ziehen Drumbo, Mogli und Sawu ein?

"Sie sind jetzt schon ab und zu drin, damit sie sich daran gewöhnen", berichtet Wolfgang Ludwig, der Zoologische Leiter. Der richtige Umzug beginnt allerdings erst im März mit der Sanierung des Afrikahauses. Die dafür nötigen fünf Millionen Euro stehen im Haushaltsplan 2015/16 und müssen von den Stadträten noch abgesegnet werden. Anderthalb Jahre soll die Sanierung dauern. "Im Herbst 2016 wollen wir fertig sein", umreißt Ludwig den Zeitplan. 2017 könnten die Außenanlagen an die Reihe kommen, für die weitere 2,5 Millionen Euro gebraucht werden - Geld, das die Stadt noch bereitstellen muss.

Die grüne Interimshalle auf dem Gelände des alten Raubtierhauses ist nicht einsehbar. Wie sieht es drinnen aus?

Das Fertigteilhaus misst bis zum Dachfirst 7,80 Meter, ist 21 Meter breit und 33 Meter lang. Die Elefanten haben drinnen eine Lauffläche von 420 Quadratmetern zur Verfügung. Drei Boxen sind abgetrennt. Rundherum führt ein Wirtschaftsweg für die Pfleger. Drumbo, Mogli und Sawu können auf Sand laufen, haben einen großen Stein und einen Baumstumpf, um sich zu "scheuern". Durch einen schmalen Glasstreifen an der Decke scheint Tageslicht. Im Sommer bleibt die Halle offen, so dass die drei selbstständig zwischen Außenanlage und Interimsbau wechseln können - auch nachts übrigens. Im Winter soll das Trio aber drinnen im Warmen bleiben. Immerhin verfügt die Halle über sechs Heizstrahler.

Was hat der Bau gekostet, und was passiert mit ihm, wenn das Elefantenhaus saniert ist?

Die Kosten inklusive Vorgehege beziffert Ludwig auf 1,2 Millionen Euro. "Wir hoffen sehr, dass die Elefanten nur im Winter 2015/16 drin bleiben und dann wieder zu sehen sein werden", betont er. Wenn die Halle nicht mehr gebraucht wird, soll sie abgebaut und die Fläche dem Außengelände zugeschlagen werden. "Ob wir sie verkaufen oder selbst weiter verwenden, kann ich jetzt noch nicht sagen", meint Ludwig.

Das Afrikahaus ist 1999 für zwölf Millionen D-Mark erbaut worden. Warum ist es schon wieder verschlissen, und was genau ist bei der Sanierung geplant?

Nicht das gesamte Haus, sondern die dem Biergarten zugewandte Nordfassade ist verschlissen. Die zahlreichen Holzstützen haben sich wegen der tropischen Temperaturen als ungeeignet erwiesen und werden durch eine massive Wand ersetzt. Alle anderen Bauarbeiten haben mit der Umstellung auf den geschützten Kontakt der Elefantenpfleger zu den Dickhäutern zu tun.

"Die Tore müssen dann aus der Ferne bedient werden", nennt der Zoologische Leiter ein Beispiel. Die Nachtställe kommen weg, der Wassergraben für die Mandrills und die Flächen, auf denen sich jetzt Grünpflanzen und Besucherwege befinden, verschwinden ebenfalls. Die Lauffläche für die Elefanten verdoppelt sich dafür. Unmittelbar angrenzend an das Elefantenhaus entsteht auf der jetzigen Außenanlage ein Anbau für die Nachtställe der Elefanten. Auch ein bullensicherer Stall wird gebaut.

Die neue Elefantenanlage bietet Platz für die zeitweise Haltung eines Bullen. Beabsichtigt der Zoo, einen Elefantenkindergarten aufzumachen?

Nein. Wenn ein Bulle eingeflogen wird, dann nur für Drumbo, weil das Weibchen schon einmal ein Kind zur Welt gebracht hat. Der 2006 geborene Elefantenjunge Thabo-Umasai ist bekanntlich 2011 nach Pittsburgh abgegeben worden. Er hatte seine Pflegerin schwer verletzt.

Mogli und Sawu wären Erstgebärende und mit ihren knapp 20 Jahren schon zu alt, um Nachwuchs zu bekommen. "Das Risiko, dass Mutter oder Kind bei der Geburt sterben, ist uns zu groß", sagt Ludwig. Anders bei Drumbo: Sollte die Elefantendame tatsächlich noch einmal ein Baby zur Welt bringen - und sei es auch ein Bulle -, das Kleine könnte problemlos in Dresden aufwachsen. Der Platz dafür und auch die Box wären da.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2014

Katrin Richter

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