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Intensive Debatte mit OBM in der Dresdner Kreuzkirche

Wirklich wie zu DDR-Zeiten? Intensive Debatte mit OBM in der Dresdner Kreuzkirche

Erst wurde intensiv über Medien und Lügenpresse diskutiert, dann kündigte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an: Am 9. Juni kommt Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zur Bürgerversammlung in die Kreuzkirche.

Stefan Locke von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Kreuzkirche.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Er höre immer wieder den Vorwurf, die Berichterstattung über Pegida sei so schlimm wie zu DDR-Zeiten, erklärte am Abend Stefan Locke, Sachsen-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, auf dem Bürgergespräch in der Kreuzkirche. Was, fragte er, wäre zu DDR-Zeiten passiert, wenn Journalisten über die Demonstration von Bürgern berichtet hätten? Sie hätten sich mit den Bürgern in der Stasihaft wiedergefunden. „Medien zwischen Wahrheit und Lüge“ hieß das Thema, Moderator Peter Stawowy zog nach mehr als zwei Stunden intensiver Debatte ein kritisches Fazit: „Ich hätte mir eine konstruktivere Diskussion mit weniger Vorwürfen gewünscht“, erklärte der Medienberater.

„Es gibt nur eine Linie: Hacken auf Pegida, Hacken auf Dresden.“ „Rassisten, Menschenfeinde. So werden wir genannt.“ „Der Großteil der Leserschaft ist erwachsen und will nicht bevormundet werden. Die Leser sind in der Lage, sich selbst eine Meinung zu bilden.“ „Ich empfinde es als Lüge, wenn Meldungen von höchster Bedeutung nicht gedruckt werden.“ „Es ist eine Schande, ein ganzes Bundesland als Schandfleck zu verunglimpfen“, sagten Rednerinnen und Redner in die Saalmikrofone.

Den Vorwurf von Pegida-Mitbegründer René Jahn, die Medien selbst seien Schuld an der Entstehung des Begriffs „Lügenpresse“, konterte Locke: Die Pegida-Spitze habe am Beginn der „Spaziergänge“ im Herbst 2014 den Medien keine Kommentare gegeben und auch die Pegida-Mitläufer belehrt, nicht mit den Medien zu sprechen. „Wir konnten uns nur an das halten, das von der Bühne gesprochen wurde.“ Das Bild werde eben maßgeblich von denen zum Teil rassistischen Reden geprägt, die vom Podium geschwungen wurden.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), gemeinsam mit Superintendent Christian Behr Veranstalter der Bürgerversammlungen, lobte die vielfältige Medienlandschaft in Dresden. Er kündigte an, die Veranstaltungen fortsetzen zu wollen. Die nächste ist für den 9. Juni zum Thema „Partizipation“ geplant. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) habe sein Kommen zugesagt und werde sich den Besuchern in der Kreuzkirche stellen. Die waren diesmal weniger zahlreich erschienen als bei den vorigen vier Veranstaltungen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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