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Insolvenzverfahren für VVK-Gruppe jetzt eröffnet - Staatsanwaltschaft prüft Straftatsverdacht gegen Gabler

Insolvenzverfahren für VVK-Gruppe jetzt eröffnet - Staatsanwaltschaft prüft Straftatsverdacht gegen Gabler

Das Amtsgericht Dresden hat jetzt das Insolvenzverfahren über das Firmenimperium des früheren Immobilienkönigs Uwe Gabler eröffnet. "Das Gericht hat die Eigenverwaltung für die sechs Gesellschaften angeordnet", teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Albert Wolff auf Anfrage der DNN mit.

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Uwe Gabler

Von Thomas Baumann-Hartwig

Ziel sei es, die Unternehmen der VVK-Gruppe (VermögensVerwaltungsKanzlei zu Dresden) zu sanieren und die rund 60 Arbeitsplätze zu retten.

"Die Aussichten für eine Sanierung sind gut", erklärte Wolff, der als sogenannter Sachwalter die Neustrukturierung der VVK-Gruppe überwacht. Auch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens sei der Geschäftsbetrieb unter Sanierungsgeschäftsführer Andrew Seidl fortgesetzt worden. "Die Unternehmen haben Objekte angekauft, die zur Sanierung und Veräußerung stehen", so der Sachwalter.

"Wir wollen die Unternehmen relativ kurzfristig aus der Insolvenz herausholen", kündigte Seidl an. Bereits Mitte des Jahres sollen die Verfahren für die ersten Gesellschaften abgeschlossen sein. "Wir werden den Geschäftsbetrieb aber in einer neuen, schlanken Struktur fortsetzen. Sechs Gesellschaften wird es künftig nicht mehr geben", so Seidl.

Grundlage für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei sein Insolvenzgutachten, das der Unternehmensgruppe ausreichend Masse bescheinige, erklärte Wolff. Dieses Gutachten wird automatisch an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die mögliche Wirtschaftsstraftaten des früheren Geschäftsführers der insolventen Firma prüft.

"Für uns sind die Gutachten maßgeblich dafür, ob wir weitere Ermittlungen gegen Herrn Gabler anstrengen", erklärte Alexander Keller, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, auf Anfrage der DNN. Es laufe bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Gabler wegen Insolvenzverschleppung, das aber nichts mit der aktuellen Insolvenz zu tun habe. Im April und Dezember 2010 hatte es bereits mehrere Insolvenzanträge für VVK-Unternehmen gegeben (DNN berichteten). "Wegen der Häufung an Anträgen sind wir von einem Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung ausgegangen und haben ein Prüfverfahren eingeleitet", so Keller.

Der Vorwurf gegen Gabler, Kautionskonten für Mietobjekte geplündert zu haben, sei der Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. "Wenn der vorläufige Insolvenzverwalter so etwas festgestellt hat, dann steht es in seinem Gutachten. Es gibt keine gesetzliche Pflicht für den Insolvenzverwalter, mögliche Straftaten anzuzeigen", erklärte Keller. Wenn sich der Vorwurf bestätige, werde wegen Untreue gegen den früheren Immobilienkönig ermittelt.

Sanierungsgeschäftsführer Seidl sagte, er habe dem Insolvenzgericht mitgeteilt, dass von VVK-Kautionskonten unberechtigt rund 850 000 Euro abgehoben worden seien. "Wir gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft dazu ermittelt."

Die VVK-Gruppe baute 2004 für 28 Millionen Euro das Quartier II am Neumarkt und sanierte zahlreiche Luxusvillen in Dresden. Zuletzt investierte die Unternehmensgruppe rund 30 Millionen Euro in die denkmalgerechte Instandsetzung des Wachwitzer Schlosses. Um das Jahr 2000 herum zählte die VVK zu den größten Immobilienunternehmen Sachsens.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.03.2012

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