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Innovativer Protonenbeschleuniger für Dresdner Krebszentrum

Innovativer Protonenbeschleuniger für Dresdner Krebszentrum

"Neu", "noch neuer" und "weltweit einzigartig" - mit diesen Attributen versieht Holger Ostermeyer, Sprecher des Universitätsklinikums, das neue Forschungsgebäude, das derzeit an der Händelallee entsteht.

Von Uwe Hofmann

Dort sollen ab 2014 etwa 100 Forscher des Dresdner "OncoRay"-Zentrums die Krebsbekämpfung mittels Strahlentherapie erforschen. Dafür wird eine Anlage eingebaut, die Elementarteilchen etwa auf halbe Lichtgeschwindigkeit (180 000 Kilometer pro Sekunde) beschleunigt und damit Krebszellen beschießt. Das Großgerät, bei dem allein der Zyklotron genannte Protonenbeschleuniger 220 Tonnen auf die Waage bringt, ist das erste dieser Art in Ostdeutschland.

"Noch neuer" ist ein Protonenbeschleuniger, der die Teilchen nicht wie bisher üblich durch Elektromagneten, sondern durch gebündelte Laserstrahlen auf etwa zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit bringen soll. Ein solches Gerät hat das Forschungszentrum Rossendorf gemeinsam mit der Universität Jena entwickelt. Vorteil der Anlage sei, dass sie technisch weniger aufwendig und in Energieverbrauch deutlich moderater sei als bisherige Protonenbeschleuniger, wie Ostermeyer sagt. Deswegen wollen die Forscher untersuchen, ob beide Geräte zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Im Erfolgsfall könnte es die Therapiekosten deutlich senken, meint Ostermeyer über den "weltweit einzigartigen" Forschungsansatz.

Allerdings werden erste Ergebnisse nicht vor 2014 erwartet. Zwar schreitet der Bau auf dem rund 6300 Quadratmeter großen Gelände zügig voran, so dass die Arbeiten bis Jahresende fertig sein sollen, wie Bauleiter Thomas Krömer sagt. Anfang 2013 beginnt jedoch erst der Einbau des Protonenbeschleunigers. Ungefähr ein Jahr werde es dauern, ehe er komplett installiert sei.

Patienten werden dann mit ihrem Bett in eine Art Kugel geschnallt und mit ihr so im 360-Grad-Winkel ausgerichtet, dass der Protonenstrahl genau die Krebszellen trifft, die er vernichten soll. Anders als der bisher in Dresden gebräuchliche Photonenstrahl richtet er dabei wenig Schaden auf seinem Weg durch den Körper bis zum Krebsgeschwür und keinen danach an. Da er deshalb als "sanftere" Methode der Krebsbekämpfung gilt, wird er bisher vor allem dort eingesetzt, wo das Gewebe sehr sensibel ist, etwa bei bestimmten Gehirn- oder Augentumoren.

Verschiedene Forschungsgruppen sollen die neue Anlage nutzen, in deren Kosten in dreistelliger Millionenhöhe sich EU, Bund, Land, Universitätsklinikum und Forschungszentrum Rossendorf teilen. Dazu gehört etwa ein um die 38-jährige ukrainische Professorin Anna Dubrovska zusammengestelltes Team, das Krebsstammzellen zielsicher identifizieren will, die als besonders widerstandsfähig gelten. Dazu sollen sogenannte biologische Marker dienen. Haben sie Erfolg, könnte das die Voraussagen verbessern, wie gut ein Tumor auf Strahlentherapie anspricht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.05.2012

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