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Infinus: Auch Brenneisen Capital ist verkauft

Infinus: Auch Brenneisen Capital ist verkauft

Auch die zweite zum Verkauf stehende Tochter der "roten" Infinus hat Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde (White & Case) nun an den Mann gebracht. Mit Vertrag vom 10. März habe Firmengründer und Vorstand Manfred Brenneisen die Aktien zu 100 Prozent zurückgekauft, teilte die Brenneisen Capital AG (BCAG) in Wiesloch gestern mit.

Zuvor hatte sich bereits die Hans John Versicherungsmakler GmbH (Hamburg) freigekauft. Die BCAG, spezialisiert auf Sachwertanlagen in geschlossenen Fonds, war wie Hans John Ende 2012 von der Infinus AG Ihr Kompetenz-Partner (FDI) übernommen worden.

Der Rückkauf ziehe "einen Schlussstrich unter die kurze Periode der Unsicherheit", erklärte Manfred Brenneisen. Mit einer neuen Plattform "Brenneisen Allfinanz" will er die Produktpalette erweitern. Eine Kooperation mit dem Maklerpool Fondskonzept solle es Vermittlern künftig ermöglichen, auch über die BCAG Versicherungen und Investmentfonds abzuwickeln, hatte Brenneisen Ende Januar angekündigt. Die BCAG, die nicht Gegenstand der Ermittlungen gegen die Infinus-Gruppe ist, hatte auch erklärt, Infinus-Vermittlern eine neue Heimat bieten zu wollen. Strategisch, hieß es gestern auf DNN-Anfrage, liege die Ausrichtung klar bei geschlossenen Sachinvestments. Man wolle sich nicht etwa als neues Haftungsdach profilieren.

Die Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut, das Haftungsdach der Firmengruppe rund um die Future Business KG aA (FuBus), hatte am 7. März, zwei Tage nach einer Razzia der Staatsanwaltschaft Dresden, Insolvenz angemeldet. Im Zuge des Finanzskandals um die FuBus hatten dem von der Bankenaufsicht BaFin kontrollierten Haftungsdach bereits zuvor vertraglich gebundene Vermittler in Scharen den Rücken gekehrt. Von einst gut 800 waren mit Stand gestern noch 576 bei der BaFin registriert. Die vorläufige Insolvenz bedeute allerdings nicht automatisch den Entzug der Lizenz, erklärte eine BaFin-Sprecherin gegenüber DNN. Das werde erst nach Prüfung der Sachlage entschieden.

Nach einer ersten Großrazzia im November 2013 in mehreren Bundesländern sowie Österreich und der Pfändung ihrer Konten hatten bereits 17 Firmen des FuBus-Konzerns ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt. Drei Insolvenzverfahren sind inzwischen eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wirft der Dresdner Finanzgruppe vor, durch falsche Angaben in Prospekten rund 25 000 Anleger betrogen zu haben, die 400 Millionen Euro in Orderschuldverschreibungen investiert hatten. Fünf Manager sitzen in Untersuchungshaft. Insgesamt sind inzwischen über 40 000 Gläubiger mit rund 65 000 Verträgen betroffen.

Holger Grigutsch

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