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Infinus-Anleger bündeln ihre Kräfte

Infinus-Anleger bündeln ihre Kräfte

Die Aufregung um den Dresdner Finanzdienstleister Infinus lässt nicht nach. Gestern Nachmittag haben sich gut 160 Anleger, aber auch geschockte Finanzvermittler bei einer Informationsveranstaltung der Dresdner Anwältin Cordula Heß in der Aula des Romain-Rolland-Gymnasiums über die Aussichten beraten lassen, ihr Geld wiederzubekommen bzw.

Rechtssicherheit zu erlangen. Die Juristin, die schon bei der BFI-Pleite mehr als andere für ihre Mandanten erstritten hat, hat eine Interessengemeinschaft gegründet, bei der Kunden für die rechtliche Vertretung Geld sparen können.

Die Kanzlei arbeitet im Fall Infinus zusammen mit Thomas Bergmann, einem Spezialisten für strategische Finanzplanung. Bergmann hat den letzten Geschäftsbericht der Future Business KGaA (Fubus) analysiert und mehrere Anhaltspunkte für Klärungsbedarf gefunden. Der wichtigste: Im Vergleich zu früheren Geschäftsberichten habe sich bei dem Emmissionshaus von Infinus in den letzten Jahren das Verhältnis von Einlagen zu Forderungen immer mehr verschlechtert.

Viele Anwesende in der Schul-Aula können es noch immer nicht fassen, dass ihren Anlagen Schaden bis hin zum Totalverlust droht. Es sei doch immer pünktlich gezahlt worden, meinen sie, und viele geben der Staatsanwaltschaft die Schuld. Habe nicht erst die Pfändung der Konten zur Insolvenz geführt?

Anwältin Cordula Heß glaubt nicht an Fahrlässigkeit der Staatsanwaltschaft: "Die wird sicher triftige Gründe gehabt haben" für solch einen Schritt, sagte sie den DNN. Und wenn sich die Ermittler so weit hinauslehnen, den Verdacht auf ein Schneeballsystem zu äußern, "dann müssen sie viel wissen", schob sie nach.

Die Aufregung vieler Betroffener, die erst nach der öffentlichen Aufregung um Infinus ihre Verträge genau angeschaut und das Risiko erkannt haben, bestärkt Cordula Heß in ihrer Strategie, auch die Vermittler wegen Falschberatung in Anspruch zu nehmen. Es reiche eben nicht, sich einen Zettel unterschreiben zu lassen, auf dem im Kleingedruckten auf Risiken hingewiesen werde. Eine Beratung hätte in vielen Fällen ergeben müssen: Hände weg von diesen Anlagen! Stattdessen sei das Risiko oft kleingeredet worden.

Die Infinus-Gruppe steht im Verdacht, ihre rund 25 000 Anleger mit falschen Gewinnversprechen betrogen zu haben. Im Raum stehen verwaltete Mittel von 400 bis 600 Millionen Euro. Bei einer Großrazzia am 5. November hatten Ermittler das gesamte Vermögen der Gruppe einschließlich Computern und teuren Autos beschlagnahmt und kurz darauf sämtliche Konten gesperrt.

Vergangene Woche haben mit der Fubus und der Prosavus AG die ersten Firmen Insolvenz angemeldet. Der vom Amtsgericht Dresden eingesetzte vorläufige Fubus-Verwalter Bruno M Kübler forderte die Gläubiger auf, Ruhe zu bewahren. Am Wochenende zog der vorläufige Prosavus-Verwalter Frank-Rüdiger Scheffler nach, der mit 10000 Gläubigern rechnet. Auch er muss zunächst tief in die Bücher abtauchen, um festzustellen, ob genug Geld zur Eröffnung eines Verfahrens vorhanden ist. Für Fragen hat er eine Hotline geschaltet (0180/600 00 18).

Auch andere Anwälte bieten Hilfe an. Die ursprünglich von der Kanzlei Kucklick & Partner anberaumte Veranstaltung am Dienstag, 19. November, 18.30 Uhr am Palaisplatz ist wegen zu großer Nachfrage verlegt worden in die Dreikönigskirche und beginnt nun um 18.45 Uhr. Dort beantwortet Anwalt Endrik Wilhelm Fragen von Betroffenen. www.dresdner-fachanwaelte.de.

Die Dresdner Kanzlei Steinhübel und Bontschev lädt am Mittwoch, 20. November von 13 bis 14.30 sowie von 15.30 bis 17 Uhr zu Informationsveranstaltungen ins Hotel Westin Bellevue Dresden.

www.kapitalmarktrecht.de

Am 25. November plant die Kanzlei Maack zwei Veranstaltungen in Dresden, zu denen sich Interessenten online anmelden können.

www.maack.de/kapitalanlagerecht/infinus.html E-Mail:RA@Maack.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.11.2013

Barbara Stock/Holger Grigutsch

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