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Infineon: Kurzarbeit in Dresden ist kein Thema

Infineon: Kurzarbeit in Dresden ist kein Thema

Der Chipkonzern Infineon bekommt aus der Industrie weniger Aufträge, der Gewinn ist auf Talfahrt. Jetzt hat der Konzern 1100 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

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Grafik: dapd

München/Dresden. In den gut ausgelasteten Dresdner Infineon-Fabriken ist Kurzarbeit kein Thema.

Von SEBASTIAN Heise und Heiko Weckbrodt

Nach einem deutlichen Gewinnrückgang hat der Halbleiterhersteller Infineon ein umfassendes Sparprogramm gestartet und Hunderte von Mitarbeitern in Kurzarbeit geschickt. Das DAX-Unternehmen reduziert außerdem die Zahl der Zeitarbeiter und schaltet nicht ausgelastete Produktionsanlagen vorübergehend ab, wie der neue Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss gestern in Neubiberg bei München mitteilte. Die Zahl der Arbeitsplätze wird eingefroren, geplante Gehaltserhöhungen werden um ein halbes Jahr verschoben und Reisekosten reduziert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis 30. September 2012) brach der Gewinn des Automobil- und Industriezulieferers ein. Der Überschuss fiel von 1,1 Milliarden auf 427 Millionen Euro. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten sank von 744 Millionen auf 432 Millionen Euro. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahr hatte Infineon die Erlöse noch um ein Fünftel gesteigert.

Nach einem Boomjahr 2011 sei 2012 ein "ordentliches Jahr" gewesen, sagte Ploss. "Die Zeiten werden härter, der konjunkturelle Gegenwind wird stärker, und wir sehen nicht, dass er sich schnell drehen wird." Für das Geschäftsjahr 2013 rechnet der Infineon-Chef daher mit einem weiteren Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Dank der Einsparungen soll die Profitabilität jedoch konstant bleiben. 2011/2012 lag die Umsatzrendite bei 13,5 Prozent.

Nachdem die Erlöse am Ende des Geschäftsjahres spürbar geringer ausfielen, gehen sie auch im laufenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres weiter zurück. Infineon setzt daher wie bereits angekündigt ein Sparprogramm um, mit dem mehr als 100 Millionen Euro eingespart werden sollen. "Wir sparen jetzt, wo wir können", sagte Ploss.

So sind bereits seit September in Warstein 130 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Im Oktober kamen 590 hinzu. Die Werke von Infineon sind derzeit zu knapp 80 Prozent ausgelastet. Die Kurzarbeit sei für sechs Monate beantragt.

Strategisch wichtige Investitionen wie das neue 300-mm-Werk für Leistungshalbleiter in Dresden will Ploss dagegen nicht in Frage stellen. Wie die Dresdner Standort-Sprecherin Diana Heuer mitteilte, wird der Auf- und Ausbau der neuen Fabrik aber wohl "nicht ganz so steil" vorangehen wie zunächst geplant.

"Wir werden natürlich ebenfalls Beiträge zur Kostensenkung leisten", betonte Heuer. Kurzarbeit oder Maschinenabschaltungen seien in Dresden aber ziemlich unwahrscheinlich: Die Auslastung der Werke, die vor allem Kontrollchips in Kupfertechnologie für Autos und elektronische Ausweise produzieren, liege bei über 95 Prozent. Laut Einschätzung des Vorstands gehöre Dresden zu den bestausgelasteten Standorten im Konzernverbund, erklärte Heuer. Gestoppt wurde allerdings bereits der Plan, die Kupfer-Linien auf 200-Millimeter-Scheiben erneut auszubauen.

In welchem Maße in Dresden Entwicklungsprojekte reduziert oder Leiharbeiter nach Hause geschickt werden müssen, könne man beim derzeitigen Stand der Dinge noch schwer einschätzen, sagte Heuer. Sie rechnet allerdings nicht mit dramatischen Einschnitten am Standort. Derzeit beschäftigt Infineon in Dresden rund 2000 Festangestellte und etwa 180 Leiharbeiter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2012

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