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Industrie öffnet Dresdnern auch in diesem Jahr ihre Werktore

Industrie öffnet Dresdnern auch in diesem Jahr ihre Werktore

Juni öffnen 20 Firmen in und um Dresden ihre Werktore für eine ganz besondere Leistungsschau: Sie bieten zur "Langen Nacht der Industrie" angemeldeten Besuchern einen unterhaltsamen Einblick in ihre Produktionsprozesse und Lehrwerkstätten, aber auch die Chance, mit Auszubildenden und erfahrenen Experten ins Gespräch zu kommen.

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Quelle: IHK

Die DNN präsentieren die Industrienacht und stellen im Vorfeld die Firmen vor.

Wenn aufgeregt telefonierende Teenager durch die Innenstadt tappeln, junge Familien mit Flugzeug oder Auto gen Süden düsen oder eine Schulklasse mit der Straßenbahn einen Projektausflug unternimmt, dann vertrauen sie alle - ohne viel darüber nachzudenken - auf Industrieprodukte, in denen oft auch Dresdner Technik steckt: Der hiesige Chiphersteller Globalfoundries zum Beispiel fertigt Mikrochips, die in vielen Smartphones verbaut werden, mit denen wir unterwegs so gerne telefonieren, chatten und surfen. Viele der Airbus-Jets, in denen wir für die Ferienreise Platz nehmen, wurden in Dresden auf Herz und Nieren geprüft. Und ein Großteil der praktischen Haltestellen-Anzeigen, die uns sagen, wie lange wir auf die nächste Bahn warten müssen, ist ebenfalls "Made in Dresden".

"Aber typische Zulieferer, sogar Weltmarktführer aus Dresden, sogenannte ,Hidden Champions', sind der Öffentlichkeit häufig völlig unbekannt", hat Lars Fiehler, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, beobachtet. "Nicht selten kämpft die Industrie mit einem lauten und schmutzigen Image." Denn viele verbinden "Industrie" irrigerweise immer noch mit dem Bild rauchender Schlote und schmutziger Werkhallen.

Tatsächlich aber hat sich das verarbeitende Gewerbe in und um Dresden längst gewandelt: hin zu Hochtechnologie, Genuss und Luxus. Heute wird man hier kaum noch einen Industriebetrieb mit dreckig-verwahrlostem VEB-Ambiente finden. Viele Unternehmen arbeiten aus Qualitätsgründen sogar in Reinräumen, in denen es viel, viel sauberer ist als in unserem Alltagsleben.

Und: Die Industrie hat sich aus dem Nachwende-Tal herausgearbeitet und gilt wieder als Rückgrat der Dresdner Wirtschaft. An ihr hängen laut IHK etwa 30 000 Jobs in der Stadt, jeder neue Industriearbeitsplatz sorgt für bis zu drei weitere Jobs im Dienstleistungssektor. Etwa die Hälfte der rund sechseinhalb Milliarden Euro Jahresumsätze erwirtschaft die Dresdner Industrie durch Exporte.

Allerdings hat sie im vergangenen Jahr mit schwacher Auslastung zu kämpfen gehabt: In den ersten neun Monaten 2013 setzte sie nur 3,9 Milliarden Euro um, also rund 15,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gefragt sind inzwischen kaum noch Hilfsarbeiter, sondern hochqualifizierte Facharbeiter und Ingenieure, auf die jeden Tag neue Herausforderungen warten. Klassische Fließbandarbeit ist längst zur Ausnahme geworden. Zudem verschwindet das patriarchale "Oben-unten"-Denken der frühen Industriebarone: Mehr und mehr Firmen setzten heute Facebook-ähnliche Netze ein, um ihre Mitarbeiter an Entscheidungen teilhaben zu lassen.

Diesen Wandel vor allem auch den jungen Dresdnern zu verdeutlichen, ist eines der Anliegen der "Langen Nacht der Industrie", die von der Stadt, der IHK und der Hamburger Agentur "Prima Events" organisiert und den "Dresdner Neuesten Nachrichten" präsentiert wird. "Wir wollen mit der Langen Nacht deutlich machen, dass der Industriestandort Dresden nicht nur eine lange und erfolgreiche Geschichte besitzt, sondern ein sehr erfolgreiches Comeback erlebt hat", betonte Fiehler. Den Unternehmen wiederum sei daran gelegen, dadurch neue Azubis und Fachkräfte neugierig zu machen.

Die Programme während der Industrienacht werden von den Firmen selbst gestaltet, enthalten meist Betriebsführungen, Präsentationen und Gesprächskreise. Anmelden können sich Interessierte ab März über das Internetportal www.langenachtderindustrie.de. Die Platzzahl ist auf 800 bis maximal 1000 Teilnehmer beschränkt, die während der Industrienacht jeweils zwei Betriebe besichtigen können. Bei Überbuchung entscheidet das Los.

In den nächsten Wochen stellen die DNN die teilnehmenden Unternehmen vor - und informieren ihre Leser natürlich, wenn es Neuigkeiten gibt und wann genau die Anmeldefrist startet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2014

Heiko Weckbrodt

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