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In diesem Laden wird nur verschenkt

Umsonstladen In diesem Laden wird nur verschenkt

Zwischen Kleidungsstücken, Geschirr, Haushaltgegenständen und Büchern aller Art tummeln sich an diesem Nachmittag rund zehn Personen. Man hat ein wenig den Eindruck, auf einem Indoor-Flohmarkt gelandet zu sein. Mit dem Unterschied, dass hier nichts verkauft sondern nur verschenkt wird.

Der Umsonstladen im Sonnenhof, Alaunstraße 68.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Zwischen Kleidungsstücken, Geschirr, Haushaltgegenständen und Büchern aller Art tummeln sich an diesem Nachmittag rund zehn Personen. Man hat ein wenig den Eindruck, auf einem Indoor-Flohmarkt gelandet zu sein. Mit dem Unterschied, dass hier nichts verkauft sondern nur verschenkt wird. Junge Familien, ältere Damen in abgetragenen Mänteln und Studenten - sie alle durchforsten das vielfältige Angebot des Dresdner Umsonstladens im Sonnenhof in der Dresdner Neustadt. Er bietet Dinge, die für die Vorbesitzer unbrauchbar geworden sind und die diese deshalb im Laden abgegeben haben. Seit knapp 13 Jahren gibt es den von rund 15 Ehrenamtlichen getragenen Umsonstladen, der sowohl als Selbst- und Nachbarschaftshilfe, als auch Versuch verstanden werden kann, den Zwängen von Geld und Marktwirtschaft zu entfliehen.

"Wir sehen uns als Plattform für alternative Lebensformen, wir üben praktische Kritik an unserer heutigen Überflussgesellschaft. Geben und Nehmen sind im Umsonstladen voneinander unabhängig", so Antje, die den Laden, in dem keine Geschäfte gemacht werden, 1993 mitgegründet hat. Im Sommer kommen täglich bis zu 150 Leute in den Umsonstladen Dresden. Er hat täglich von 16 bis 19 Uhr geöffnet und wird allein durch Spendengelder betrieben. Willkommen sind alle interessierten Menschen - unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Ausrichtung und geistiger sowie körperlicher Verfassung: "Dieses Prinzip führt dazu, dass wir durchaus auch verhaltensoriginelle Menschen mit teilweise ziemlich unkonventionellen Lebenskonzepten anziehen", zwinkert Antje, während sie ein zusammengeklapptes Babybett in die Kinderecke hievt.

Der ehrenamtliche Einsatz des Umsonstladen-Teams hat ihnen eine Nominierung für den Deutschen Engagementpreis eingebracht. Er wird seit 2009 vom Bündnis für Gemeinnützigkeit vergeben. Um der Engagement- und Auszeichnungsvielfalt in Deutschland ein Gesicht zu geben, ehrt der Preis ausgezeichnete engagierte Menschen, Initiativen, Unternehmen sowie öffentliche Verwaltungen jährlich in sechs Kategorien. Fünf thematische Kategorien sind mit je 5000 Euro dotiert und spiegeln die verschiedenen Handlungsfelder freiwilligen Engagements wider. Alle anderen Wettbewerbsteilnehmer haben die Chance, den mit 10000 Euro dotierten Publikumspreis zu gewinnen.

Die Frage, was sie mit dem Preisgeld anstellen würden, kann Holger Metzner, ebenfalls ein Gründervater des "UmLadens", wie er auch genannt wird, leicht beantworten: "Ein größerer Laden wäre toll. Der jetzige platzt aus allen Nähten. Da könnte man dann auch Ideen wie einen Reparaturservice für Fahrräder oder Computer verwirklichen."

Miriam Harner

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