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In Zschieren entsteht ein Biberparadies

In Zschieren entsteht ein Biberparadies

Ab Oktober wird in Zschieren zwischen Elbe und Elbradweg gebaggert. Grund sind Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die mit dem Bau der Waldschlösschenbrücke verbunden sind.

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Dieser Bereich in Zschieren soll renaturiert werden. Quelle: Stowasserplan/Montage Eylert

Zwischen Zschieren und Stadtgrenze Heidenau - am Einlaufbereich des großen alten Elbarmes, der zwischen Tolkewitz und Laubegast wieder in die Elbe mündet - lässt die Stadt einen 1,2 Kilometer langen Nebenarm der Elbe wiederherstellen und die Böschungen unter anderem mit Weiden bepflanzen. Sinn des Ganzen ist es, neue Lebensräume für Fische, Libellen, Wasservögel und auch den Elbebiber zu schaffen, der an dieser Stelle bereits wieder gesichtet wurde.

"Vor der Regulierung des Flusses und dem Ausbau des Flussbettes für die Schifffahrt in den Jahren 1860 bis 1890 war die Elbe viel breiter. Auf sächsischem Territorium gab es 20 Inseln im Fluss und viele Bereiche am Rand, wo bei niedrigerem Wasserstand Lachen entstanden", weiß Harald Wolf aus dem Dresdner Umweltamt. Nachdem man die Elbe in ein festes Flussbett gezwungen hatte, blieben nur die beiden Elbinseln Pillnitz und Gauernitz übrig, verschwanden viele großflächige Überschwemmungszonen und damit auch Lebensraum für bestimmte Tier- und Pflanzenarten. "Das so genannte Zschierener Pferdeloch ist im Grunde der letzte Rest des alten Elbarmes. Zu DDR-Zeiten war das mit Müll und Bauschutt verfüllt worden", erklärt Harald Wolf. Die Stadt lässt nun nicht nur das "Pferdeloch" ausbaggern, sondern zwischen Elbe und Elbradweg das Bett des alten, 15 bis 20 Meter breiten Nebenarmes wieder herstellen und an den Elbstrom anbinden.

Bauarbeiten sollen im Oktober beginnen

Im Zusammenhang damit stehen Renaturierungsarbeiten am Brüchigtgraben zwischen Elbe und Zschierener Elbstraße. "Jetzt geht der Acker bis an die Oberkante des Grabens. Nun soll an beiden Seiten des Grabens ein zehn Meter breiter, bepflanzter Gewässerrandstreifen entstehen", so der Mitarbeiter aus dem Umweltamt weiter. "Dem Obstbaubetrieb, der links und rechts des Brüchigtgrabens Erdbeeren, Getreide und anderes anbaut, gehen damit Flächen verloren. Der Betrieb ist dafür jedoch entschädigt worden, hieß es von der Stadt.

Insgesamt 95 000 Kubikmeter Bodenaushub fallen durch die voraussichtlich elf Monate dauernden Bauarbeiten und Renaturierungsmaßnahmen in Zschieren an. Das Material soll jedoch nicht durch den Ortskern, sondern über die Zschierener Elbstraße abtransportiert werden.

Der Bereich Zschierener Pferdeloch ist - wie bereits erwähnt - ein kleiner Teil des großen Elb-arms Zschieren-Tolkewitz, der neben den eigentlichen Elbwiesen in den 1990er Jahren zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde. "Sieht man von der Dresdner Heide ab, handelt es sich um den größten in sich geschlossenen Naturraum in der Stadt", betont Jörg Lämmerhirt, Ortsamtsleiter von Prohlis und Leuben. Mit der Unter-Schutz-Stellung habe in dem Gebiet keine Entwicklung mehr stattgefunden. "Wir wollen dieses Gebiet jedoch erlebbar machen", wünscht sich der Ortsamtsleiter.

Deshalb wurde ein Landschaftskonzept in Auftrag gegeben. Eine Bestandsanalyse als erster Schritt zu besagtem Konzept liegt vor und wurde am Mittwoch im Rahmen einer Einwohnerversammlung öffentlich gemacht. "Die Diskussion um das Konzept wird nicht in fünf Jahren abgeschlossen sein. Für mich ist das Ganze eine Generationenaufgabe", macht Lämmerhirt deutlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.06.2012

Catrin Steinbach

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