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In Googles Datenbrille steckt Dresdner Technik

In Googles Datenbrille steckt Dresdner Technik

In der vieldiskutierten Datenbrille "Google Glass" des US-Suchmaschinen-Konzerns "Google" steckt auch sächsische Technologie, nämlich Sensor-Chips des Dresdner Mikroelektronikzentrums "ZMDI".

Star-Blogger und Context-Experte Robert Scoble mit der Google Glass Brille.

Quelle: Ole Spata, dpa

Das verlautete aus Branchenkreisen.

Die Google-Datenbrillen ähneln äußerlich normalen Brillen, sind aber mit Sensoren und Rechentechnik bestückt, um für den Träger die Sicht auf seine reale Umgebung mit virtuellen Informationen zu verknüpfen. Darüber hinaus ist es laut unseren Informationen den Dresdnern auch gelungen, mit ihren Spezial-Halbleitern als Zulieferer zum Beispiel für Computertelefone (Smart- phones) des südkoreanischen LG-Konzerns und für Computeruhren von Casio (Japan) Fuß zu fassen.

Neue Strategie zahlt sich aus

Damit beginnt sich anscheinend die neue Strategie des ZMDI auszuzah- len, seine Erfahrungen mit Auto- und Industrie-Chips auch im Endkonsumenten-Markt einzusetzen. Derweil hat das Dresdner Unternehmen laut eigenen Angaben jetzt auch neue Großaufträge aus dem Automobilsektor akquiriert, so dass die ZMDI-Bücher mit Aufträgen gefüllt sind , die insgesamt einen "dreistelligen Millionenbetrag" ausmachen. "ZMDI ist auf Kurs und hat im ersten Halbjahr 2014 große Fortschritte gemacht", schätzte Geschäftsführer Thilo von Selchow ein. "Die neuen Großauträge sichern die langfristige Weiterentwiclung ab."

Dies schlägt sich auch in Jobs und erfreulichen Geschäftszahlen nieder: In den vergangenen anderthalb Jahren sind insgesamt 40 neue Stellen entstanden, damit beschäftigt das Dresdner Unternehmen nun weltweit reichlich 360 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr hatte ZMDI rund 59 Millionen Euro Umsatz realisiert. Für dieses und das nächste Jahr rechnet Firmenchef von Selchow mit Zuwächsen von jeweils fünf bis zehn Prozent. Genaue Gewinnangaben machte das Unternehmen nicht. Die Rede ist aber von einem "positiven Ergebnis".

Rettung durch den Freistaat

Das war beileibe nicht immer so: Nach der politischen Wende war das ehemalige DDR-Zentrum für Mikroelektronikforschung hochdefizitär und wurde nur durch einen Einstieg des Freistaats gerettet. Das ZMD (heute: "ZMDI") trennte sich nach und nach von immer mehr Abteilungen, verkaufte seine Fabrik an die Erfurter "X-Fab" und profilierte sich schließlich zum reinen Chipdesigner, der seine Entwürfe bei X-Fab und anderen Auftragsfertigern ("Foundries") produzieren lässt.

Spezialisiert ist das ZMDI insbesondere auf besonders energieeffiziente gemischt analog-digitale Schaltkreise in Kombination mit Sensoren, die zum Beispiel in der Autoindustrie und nun auch in der Mobilelektronik eingesetzt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2014

hw

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