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Improvisation in der Integration: Der Dresdner Jugendclub Spike holt Asylbewerber aus der Isolation

Improvisation in der Integration: Der Dresdner Jugendclub Spike holt Asylbewerber aus der Isolation

Wer ins Spike in Dresden Leubnitz-Neuostra will, muss sich in Dresden auskennen oder lange suchen. Der Jugendclub, der sich versteckt im Keller einer alten DDR-Plattenbauschule – eher am Rand, als im Zentrum der Stadt – befindet, ist seit den 90ern einer der wichtigsten Treffpunkte der Dresdner Hip-Hop- und Graffiti-Szene.

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Ellen Demnitz-Schmidt

Quelle: Hauke Heuer
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Die Mitarbeiter des Spike bieten Asylbewerbern in Dresden eine Anlaufstelle

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Die Pädagogin Ellen Demnitz-Schmidt hatten die Einrichtung vor mehr als 20 Jahren gegründet, um für die jugendlichen Sprayer einen Ort zu schaffen, in dem sie ihrem Hobby auch legal nachgehen können. Seitdem zieren kunstvolle Wandbilder die direkte Umgebung des Spikes, aber auch für mehrere „legal plains“ (legale Flächen) im ganzen Stadtgebiet hat sich die Dresdnerin mit eingesetzt.

Doch wer in diesen Tagen in das Spike kommt, sieht, dass sich etwas geändert hat. Neben den deutschen Jugendlichen laufen vor allem Eritreer, aber auch Libyer und Syrer durch die Gänge. Sie spielen Billiard, Tischkicker, surfen auf heimischen Internetseiten und tauschen sich aus. „Ich habe bestimmt schon 150 neue Gesichter gesehen. Mindestens 70 kommen regelmäßig“, sagt Demnitz-Schmidt und gibt nebenbei Anordnungen für das bevorstehende Abendessen. Es gilt, Teller und Besteck zu verteilen und Stühle zu rücken.

Dann erklärt sie, wie die vielen Asylbewerber den Weg in ihren Jugendclub gefunden haben: „Mit dem Tötungsdelikt und der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit wurde uns erst klar, wie viele Asylbewerber in unserer direkten Umgebung dezentral untergebracht sind“, sagt Demnitz-Schmidt und meint den Mord an Khaled B. Im benachbarten Dresden-Prohlis am 12. Januar.

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Mit einer Mahnwache und einer anschließenden Demo zum Neujahrsempfang des Ministerpräsienten gedachten am Mittwoch rund 200 Dresdner und Flüchtlinge dem ermordeten Khaled Idris Bahray.

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Der Eritreer wurde von einem Mitbewohner erstochen. Die nationale Presse griff den Fall mehrere Tage auf. „Wir sind dann in die Wohnungen gegangen und mussten feststellen, dass es eine große Lücke zwischen dem Unterbringen und Ankommen in Deutschland gibt. Sechs bis acht Junge Männer hocken dort den ganzen Tag in einer Wohnung aufeinander. Das wollten wir ändern“, erklärt die Jugendclub-Leiterin.

Den gesamten Text, viele Fotos und ein Video mit Impressionen aus dem Spike finden Sie in unserer Sonntags-App.

Hauke Heuer

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