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Immer mehr Sozialbegräbnisse in Dresden

Wenn die Stadt die Beerdigung zahlt Immer mehr Sozialbegräbnisse in Dresden

Wenn die Hinterbliebenen kein Geld haben, muss die Stadt für die Beerdigungskosten aufkommen. In Dresden ist das immer häufiger der Fall. Für die Beerdigungsinstitute ein Problem: Sie müssen manchmal monatelang auf ihr Geld warten, hat der SPD-Stadtrat Vincent Drews herausgefunden.

Wenn die letzte Ruhe für die Angehörigen unbezahlbar ist, springt das Sozialamt ein.
 

Quelle: Julia Tonne

Dresden. Immer mehr Hinterbliebene können sich die Bestattung von verstorbenen Angehörigen nicht leisten. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage von SPD-Stadtrat Vincent Drews hervor. Bis Ende Oktober 2015 habe das Sozialamt in 243 Fällen die Bestattungskosten für sozial schwache Angehörige von Verstorbenen übernommen, teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) mit. 2014 seien es noch 210 Fälle gewesen, 2013 220. Die Gesamtzahl für 2015 lag noch nicht vor.

Die Bearbeitung der Anträge auf Gewährung dieser Leistungen dauere bis zu acht Monate, so der OB. Oft würde sich die Bearbeitung deshalb verzögern, weil nicht alle Unterlagen fristgemäß von den Betroffenen vorgelegt würden.

Laut Drews komme es immer wieder zu Fällen, bei denen Bestattungsunternehmer mehrere Monate auf eine Begleichung der Rechnung warten müssten. „Aufgrund der Dauer der Bearbeitung werden Sozialhilfeleistungen nicht immer innerhalb von drei Monaten nach Beauftragung ausgereicht. Dies kann zur Folge haben, dass Bestattungsunternehmen mehr als drei Monate auf die Begleichung ihrer Rechnungen warten müssen“, räumte Hilbert ein. Vertragspartner der Unternehmen sei aber nicht die Stadt, sondern der zur Bestattung verpflichtete Hinterbliebene.

Während das Sozialamt die Kosten für Bestattungen übernimmt oder Zuschüsse auszahlt, kann das Ordnungsamt die Bestattungspflicht einer jeden menschlichen Leiche durchsetzen. Das passiert laut Hilbert in den Fällen, wenn in Dresden eine Person verstirbt und sich niemand um die Bestattung kümmert. Dann sorgt das Ordnungsamt für die Einäscherung und für eine Urnenbeisetzung in einer Frist von sechs Monaten nach der Einäscherung.

Im vergangenen Jahr musste das Ordnungsamt in 160 Fällen tätig werden. 2014 waren es 172 Fälle, 2013 169 und 2010 141. „Das Ordnungsamt muste nicht in jedem Fall die gesamte Bestattung in Auftrag geben, sondern teilweise auch nur die Einäscherung oder die Urnensenkung“, teilte Anke Hoffmann vom Amt für Pressearbeit auf DNN-Anfrage mit. Die Nichtauffindbarkeit von Angehörigen sei ein Grund für das Tätigwerden des Ordnungsamtes. „Es betraf auch Fälle, bei denen Angehörige recherchiert werden konnten, die jedoch ihren Verpflichtungen nicht nachkamen.“

Das Ordnungsamt muss zunächst die Kosten für die Einäscherung und Urnenbestattung übernehmen. Wenn es bestattungspflichtige Angehörige gibt, erhalten diese dann aber laut Hoffmann einen Kostenbescheid. In einigen Fällen haben die Verstorbenen einen Nachlass hinterlassen, mit dem die Bestattungskosten bestritten werden können.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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