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Immer mehr Produkte werden in Tuben angeboten - und Essel Dresden wächst an diesem Trend

Immer mehr Produkte werden in Tuben angeboten - und Essel Dresden wächst an diesem Trend

Was früher typisch kosmonautisch war und Otto Normalverbraucher allenfalls früh beim Zähneputzen unterkam, ist zu einem Massenphänomen geworden: Kosmetikfirmen, aber auch Speisen-Hersteller und andere Unternehmen stopfen immer mehr Produkte in Tuben - selbst Senf und Nudossi-Schokocreme haben inzwischen den Weg dorthinein gefunden.

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Matthias Lüttkemeier (oben) ist beim Dresdner Tubenhersteller Essel als Geschäftsführer für 130 Mitarbeiter zuständig, die im vergangenen Jahr 22 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten. Auch die Fortschritte des Unternehmens beim Umweltengagement haben sich Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (kleines Bild hinten) und IHK-Chef Günter Bruntsch (re) bei ihrem Sommerbesuch erläutern lassen.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Und eine Dresdner Fabrik verdient an diesem Trend kräftig mit: Essel stellt hier täglich bis zu eine Million Laminattuben her, liefert sie an Kunden in Deutschland und den Nachbarstaaten - und wächst daran.

Zack-zack-zack: Im Essel-Werk im Technopark Nord ist Schweizer Präzision im Drittelsekundentakt angesagt. Drei Tuben bastelt hier jede Anlage pro Sekunde, und die Hallen sind voll von diesen Maschinen, die im Drei-Schicht-Betrieb wie ein eidgenössisches Uhrwerk vor sich hinrattern. "Das war unsere Erste", sagt Geschäftsführer Matthias Lütkemeier und zeigt auf ein Zwei-Mann-hohes Stahlungetüm, das bereits seit 14 Jahren Tuben falzt. "Die hat damals noch Dental-Kosmetik angeschafft - auch aus der Schweiz."

Weiterer Fabrikausbau geplant

Was aber auch auffällt: Die Fabrik am Manfred-von-Ardenne-Ring ist schon ziemlich vollgestellt. Ja, bestätigt, Lütkemeier, weitere Ausbauten seien bereits in Planung. Dabei hat das Unternehmen schon einiges an Wachstum hinter sich: Als sich der einstige VEB Elbechemie - die spätere "Dental Kosmetik" - 1999 von ihrer Tubenproduktion trennte, übernahm die indische Essel-Gruppe 30 Mitarbeiter und die Anlagen, baute im Jahr 2000 die neue Fabrik im Technopark Nord. Seit damals sind rund 25 Millionen Euro Investitionen in den Standort geflossen. Heute hat Essel in Dresden 130 Mitarbeiter und macht pro Jahr rund 22 Millionen Euro Umsatz, Tendenz: steigend.

Designers Liebling: Laminattube

Das liegt auch daran, dass Dental und Essel bei ihrer gemeinsamen Gründung aufs richtige Pferd setzten: Laminierte Tuben, die aus mehreren Kunststoff- und Metallisierungsschichten bestehen. Von den reichlich zehn Milliarden Tuben, die im vergangenen Jahr die Werke der in der europäischen Tubenhersteller-Vereinigung "ETMA" zusammengeschlossen Firmen verließen, war jede dritte eine Laminat-Tube. Und die werden bei den Kunden immer beliebter. Zum einen kommen sie dem Single-Trend in der Gesellschaft entgegen: Kleinere Haushalte steigern die Nachfrage nach kleinen Verpackungsgrößen und die ist mit Laminattuben besonders einfach zu befriedigen. Zum anderen sind diese Verpackungen billiger, flexibler und vor allem dekorativer gestaltbar als Alu-Tuben.

Die mehrschichtigen Tuben werden nämlich nicht im Nachhinein umständlich bedruckt wie klassische Tuben, sondern vorher. Dabei spulen sich Kunststoffbahnen wie in einer Zeitungsdruckerei von großen Rollen in eine Druckmaschine ab, die auch Glanzeffekte und andere Schmuckelemente aufprägt, werden dann im Endlosband gefalzt, zu einem Schlauch verschlossen, dann zugeschnitten und automatisiert mit Verschlüssen versehen. Vorteil: Die Abnehmer können sich auf Laminattuben mit ihren Gestaltungsideen nahezu frei austoben. "Die Kunden entwickeln ihre Designs gemeinsam mit uns, damit die Tube am Ende genauso aussieht wie im Entwurf", betont Lütkemeier. "An diesem Goldton zum Beispiel" - der Chef hält eine Haarspülung hoch - "haben wir zwei Tage gefeilt, bis der Kunde zufrieden war."

Nichts geht ohne Umwelteinsatz

Allerdings fordern gerade solche Abnehmer wie L'Oreal, Florena und andere Kosmetikfirmen nicht nur ein "hochveredeltes" Design von Essel, sondern auch Umweltengagement. Daher hat die Dresdner Firma am städtischen "Ökoprofit"-Projekt teilgenommen. Auf Rat der Experten installierte das Unternehmen unter anderem Geräte zur Wärmerückgewinnung, stellte viele Lampen auf LED-Technik um, verwendet nun günstigere Computerarchitekturen, senkte seinen Ausschuss in der Tubenproduktion um zwei Prozent - und ersparte der Umwelt dadurch nicht nur 43 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen, sondern reduzierte seine Betriebskosten auch um 100 000 Euro pro Jahr. "Die Ökoprofit-Veränderungen haben zwar auch etwas Kosten verursacht, aber die haben sich bei uns innerhalb von ein, zwei Jahren amortisiert", betont der Chef.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2013

Heiko Weckbrodt

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